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GLOSSIERT

Rollmops im Netz

Von Christian Preußer

Als der österreichische Schriftsteller Thomas Glavinic irgendwann in den vergangenen Tagen, es muss dunkel und sehr spät gewesen sein, auf Facebook ein Pamphlet gegen die österreichische Facebook-Aktivistin Stefanie Sargnagel veröffentlichte, da kochten die Wellen im Netz hoch: Glavinic erklärte in zwölf Punkten, weshalb Sargnagel eine „Talentfreie Krawallnudel“ sei. Er schrieb da unter anderem etwas von einem „Rollmops“, der die private Seite des Schriftstellers „verschweinern“ würde. Sargnagel, die von Glavinic in der Vergangenheit öffentlich auch schon als „sprechender Rollmops“ bezeichnet wurde, konterte mit zwei Facebook-Fotos, die jeweils einen Bücherstapel in einer Buchhandlung zeigen. Auf dem ersten Foto sieht man Bücher von Glavinic. Auf dem zweiten Foto sieht man Bücher von Glavinic, die mit Büchern von Sargnagel überdeckt wurden. Sargnagel schrieb dazu: „Bissl aufgeräumt“. Und so geht es weiter und weiter und weiter. Längst ist der Streit als „Wiener Mopsposse“ bekannt. Feuilletonisten schicken sich aufgeregt die neuesten Entwicklungen in diesem Machtspiel aufs Handy. In Supermärkten wurden Rollmops-Gläser gesichtet, auf denen Aufkleber mit dem Namen „Sargnagel“ angebracht waren.
Das ist doch wunderbar! Denn so lange
das so weiter geht, muss niemand über Literatur sprechen.

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