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Hessisch für Anfänger

Bei „Knöpfle“ denken Schwaben an die in Salzwasser gekochten Teigklößchen, die mit gedünsteten Zwiebeln oder Fleisch gegessen werden. Zu den hessischen „Kneppche“ serviert uns unser Leser Hans Walter Muth zwar keine gastronomische Spezialität, dafür aber eine sprachliche Rarität, das „Krachekneppche“.

„Kaum jemand weiß heute noch, was das ist“, schreibt Herr Muth. „Früher trugen viele Männer ihr Hemd mehrere Tage. Das Hemd war ohne Kragen. Den gab es extra und der wurde täglich gewechselt und mit Hilfe eines Kragenknöpfchens am Hemd befestigt.“ Mehrere Kragen erleichterten der Hausfrau die regelmäßige Kragenreinigung.

Knöpfe als Verschlüsse von Kleidungsstücken gibt es mannigfach. Ein weiteres „Kneppche“ ganz in der Nähe des Kragenknopfes ist der“Gorjelknopp“, auch „Gripps“ oder „Krotze“ genannt oder auf Hochdeutsch Kehlkopf. Wenn ein Mann „sei Hemd mit dem Gorjelknopp zukneppe könnt“, spielt man auf seinen großen Adamsapfel an.

Einen „Knopp“ empfiehlt das Frankfurter Wörterbuch auch bei Vergesslichkeit: „Ei, mach der doch en Knopp in die Nas“, was auch mit dem Ohr funktionieren soll. Gemeint ist der Knoten, den man laut Redensart üblicherweise ins Taschentuch macht. Das „Bauchkneppche“ war einst Synonym für den Bauchnabel, heutzutage wäre es der passende Ausdruck für ein Nabel-Piercing.

Auch in Redewendungen erweisen sich Knöpfe als vielseitig einsetzbar. „Des is der Knopp dervo“, bezeichnet den Nachteil, der sich als Haken an einer Sache herausstellt. Manche haben sich Flausen oder hochtrabende Pläne in den Kopf gesetzt, sie „hawwe Knepp im Kopp“. Jemandem, der „kaa Knepp an de Hos hat“, kann man allerhand Unsinn weismachen.

Wer seinen Kaffee süß mag, sollte es mal auf Frankfurterisch probieren und ihn „iwwers Kneppche trinke“. Man nimmt ein Stück Würfelzucker in den Mund und trinkt den Kaffee schlückchenweise.

Das Buch: Hans Peter Dieterich „Hessisch für Anfänger“, Societäts Verlag, 12,80

(hpdie)
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