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Hessisch für Anfänger

Aus naheliegenden Gründen tauchen in den Mundartausgaben von „Asterix babbelt hessisch“ einige Begriffe für das von Obelix so heiß geliebte Borstenvieh auf wie „Wutz“, „Dreggwatz“, „Stinkwatz“, „gegrillt Wutz“ oder „Wutze gugge“. Doch der Dialekt hat noch mehr zu bieten, beispielsweise die Verkleinerungsformen „Wutzercher“ (Ferkel) oder „Wutzi“ (Schweinchen). Mit dem „klaane Wutzi“ ist auch ein kleines Kind gemeint.

Mundarttypische Bezeichnungen für das Schwein sind der „Watz“, in der Mehrzahl die „Wätz“, und die „Muck(e)“. „Watz“ ist das männliche (Zucht-)Schwein oder der Eber, „Muck“ steht für das Mutterschwein. Die begriffliche Unterscheidung zeigt, wie wichtig die Schweinezucht für viele Bauern früher war, wovon auch Redewendungen zeugen. Einer Zeit, als noch die Eltern die Verheiratung der Kinder planten, entstammt der Spruch: „Wann mer e Ferkel kääft, guckt mer zeescht nooch der Muck.“

Mannigfach sind die Beispiele für Schimpfworte und abschätzige Vergleiche: „fett wie ’n Watze“, „e scheel Muck“ oder „e dick Muck“. Ein denkbar schlechtes Bild gibt jemand ab, der sich anstellt „wäi die Muck zum Krebbelbacke“. Ein Langschläfer schläft, „bis der Watze kräht“. Einen, der „vom wilde Watz gebisse“ ist, hält man für nicht recht gescheit. „Der kemmd vom Watz uffs Gesangbuch“, heißt es, wenn einer vom Hundertsten ins Tausendste kommt.

In Frankfurt und Umgebung ist die Oberschweinstiege im Stadtwald als beliebtes Ausflugslokal bekannt. Bis ins 19. Jahrhundert sprach man weniger vornehm vom „Owersäusteeg“. Stiege steht für Stallungen; Säustiege oder Säusteg waren damals im Stadtwald gelegene Plätze oder Verschläge für die Schweine, die zur Eichelmast in den Wald getrieben wurden.

Das Buch: Hans Peter Dieterich „Hessisch für Anfänger“, Societäts-Verlag, 12,80

(hpdie)
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