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Hessisch für Anfänger

Die Waldbahn, die Straßenbahnlinie, die Frankfurt mit dem südlich ans Stadtgebiet angrenzenden Neu-Isenburg verbindet, wurde früher auch „Watzeschaukel“ genannt. Der Begriff „Watz“ (Eber) spielt dabei nicht auf den Wildschweinbestand des Stadtwalds an, den die Linie durchquert, sondern auf den Uznamen der Isenburger, den „Iseborjer Watz“.

Unser Leser Gerhard Gräber aus Neu-Isenburg erklärt die geschichtlichen Hintergründe: „Der Watz ist eine Identitätsfigur der Neu-Isenburger, gab es doch de Iseborjer Watz oder de Watz von Iseborsch, ein vielfressendes, überkorpulentes Findelkind namens Teufert, das sich durch die Sachsenhäuser Gaststätten fraß.“ Da passte dann die Beschreibung: „Guugemo, der frisst ja wieen Watz“.

In dem Bändchen „Neu-Isenburg“ von Wolfgang Pülm ist nachzulesen, dass im 19. Jahrhundert Isenburger Familien ihr bescheidenes Einkommen dadurch aufbesserten, dass sie sogenannte „Kostkinder“, meist uneheliche Kinder aus den Nachbargemeinden, aufnahmen. Eines dieser Kostkinder könnte jener Jean (Johannes) Teufert gewesen sein, der wohl, wie das Frankfurter Wörterbuch vermutet, aus dem Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen stammte.

Der ursprüngliche Spottname für ein Straßenoriginal ging als Uzname auf die Einwohner Neu-Isenburgs über, die sich damit aber gut arrangiert haben. Der Watz ist heute, wie Herr Gräber ergänzt, neben dem Oberlump und dem Prinzenpaar eine der Symbolfiguren in der „Iseborjer Fassnacht“.

Das Buch: Hans Peter Dieterich „Hessisch für Anfänger“, Societäts Verlag, 12,80

(hpdie)
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