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Hessisch für Anfänger

Beim Thema „Babbsch“ (Leim) war vergangene Woche auch kurz die Rede von den „Babbschern“. Unser Leser Gerhard Gräber aus Neu-Isenburg kann uns dazu interessante Details erzählen, da Verwandte von ihm als „Babbscher“ in der Lederverarbeitung tätig waren: „Babbscher wurden im Kreis und in der Stadt Offenbach die Portefeuiller (Feintäschner) genannt. Diese waren sehr oft Heimarbeiter, es war ein harter Job im Akkord. Manche Nacht musste, mit den Füßen in einer Kaltwasserschüssel, durchgearbeitet werden wegen Termindruck. Heute gibt es diese Berufsgruppe so gut wie nicht mehr.“

Die Berufsbezeichnung hatte man unverkennbar vom französischen „portefeuille“ (Brieftasche, Mappe) übernommen, aber die Aussprache als „Portefeller“ der hiesigen Mundart angepasst. Während bei den Feintäschnern richtig mit Leim „gebabbt“ wurde, bezog sich die Eigenschaft „verbabbt“ nicht allein auf zusammengeklebte Materialien, sondern auch auf menschliches Verhalten.

Laut Frankfurter Wörterbuch war jemand „verbabbt“, wenn er nicht mit der Wahrheit herausrückte. Es konnte auch für eine streng konservative Haltung stehen oder – bezogen auf Glaubensfragen – für religiösen Eifer. Im Allgemeinen kennen wir „verbabbt“ oder „verbabbscht“ als Bezeichnung für „verklebt“ oder mit Schmutz beschmiert“.

Das Buch: Hans Peter Dieterich „Hessisch für Anfänger“, Societäts Verlag, 12,80

(hpdie)
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