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Hessisch für Anfänger

Wie oft möchten wir einen bestimmten Augenblick festhalten, ohne dass wir es so poetisch formulieren könnten, wie es Goethe den Faust tun lässt: „Und Schlag auf Schlag! Werd ich zum Augenblicke sagen: / Verweile doch! du bist so schön!“ In unserem nüchternen Alltag sind eher klare Ansagen denn Reime gefragt. „Moment emol!“ Neben dem „Augenblick“ haben wir auch den „Moment“, welcher aus dem Lateinischen kommt, ursprünglich Bewegung bedeutet (das Moment) und in diesem Zusammenhang die Dauer einer Bewegung meint. Die Begriffe „momentan“ oder „im Moment“ wirken im Dialektgebrauch etwas farblos. Unser Leser Hans Walter Muth aus Frankfurt-Höchst nennt die geläufigen Alternativen: „Aacheblicklisch geht mers net so gut.“ „Im Aacheblick hab ich kaa Zeit.“
Jemand, der „de Aacheblick enaus is“, hat eben den Raum verlassen. Als deutliche Aufforderung zum sofortigen Handeln dient das Folgende: „Aacheblicklisch machsde, dassde haam kimmst!“ Frei nach „Geede“ zitiert Dieter Schneider in seinem „Faust uff klassisch Hessisch“ den Mephisto: „Im Aacheblick mach ich aus dir en gern gesehene Kavalier.“ Wem „Aacheblick“ zu lang ist, benutzt die Mundartformen von „eben“ („Ewe kann isch net“) oder „jetzt“ („Grad jetz geht’s net“). Bei Letzterem existieren in Südhessen viele Lautformen nebeneinander, beispielsweise „etz“, „itzt“ oder „jetztert“. Und somit gemäß dem Spruch: „Alle Aacheblick was anners.“

Das Buch: Hans Peter Dieterich „Hessisch für Anfänger“, Societäts Verlag, 12,80

(hpdie)
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