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Kolumne: Hessisch für Anfänger

Die kleine Liste mit Mundartausdrücken war eine Zufallsentdeckung bei der Recherche zu einem anderen Thema. Unter dem etwas hochtrabenden Titel „Altfrankfurter Wörterbuch“ hatte der Autor in einer Februarausgabe der Frankfurter Neuen Presse von 1961 ein knappes Dutzend Begriffe zusammengetragen.

Nur kurz erwähnt sei der „Babbschuster“ (Tapezierer), da wir uns bereits ausführlich mit „Babsch“ und „babbe“ beschäftigten. Der „Nasepetzer“ (Zwicker) ist überholt, da heute kein Brillenträger freiwillig auf die Bügel seiner Sehhilfe verzichten und sich die Gläser auf die Nase klemmen möchte.

Auch die bekannten „Dickkebb“ tauchen auf, allerdings nicht als starrköpfige Personen, sondern in der Bedeutung von Kaulquappen. Die Larven von Fröschen und Kröten, die man in Wasserlachen finden kann, haben zunächst keine Gliedmaßen, sondern einen Ruderschwanz zum Fortbewegen, so dass einem der im Vergleich zum übrigen Körper große „Dickkobb“ oder „Kaulkobb“ deutlich ins Auge fällt. Früher war in einigen Gegenden „Dickkobb“ (oder „Lutherkobb“) auch ein Schimpfwort für Protestanten. Im Gegenzug bedachten die Lutheraner ihre katholischen Nachbarn mit dem Uznamen „Kreuzkebb“.

Ein mundartlicher Leckerbissen in der genannten Liste ist „Oddlewand“. Überrascht und amüsiert nimmt man zur Kenntnis, dass es sich von „Eau de lavande“, also einem Duftwasser mit Lavendelduft, ableitet. Da müht sich die moderne Parfümwerbung mit Bild- und Wortverrenkungen ab, wo die Mundart sprachlich einen Duft von geradezu betörender Direktheit und Bodenständigkeit kreiert.

Das Buch: Hans Peter Dieterich „Hessisch für Anfänger“, Societäts Verlag, 12,80

(hpdie)
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