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Hessisch für Anfänger

Sie ist stickstoff- und kalihaltig und, obgleich die Agrarchemie inzwischen zahlreiche Alternativprodukte anbietet, seit alters her der klassische Flüssigdünger: die Jauche.

Der Mundartsprecher im Rhein-Main-Gebiet redet allerdings nicht von der Jauche – einem Wort niederdeutschen Ursprungs –, sondern von dem „Puddel“, worauf uns Frau Schreiber aus Frankfurt und Herr Hundebeck aus Limburg hinwiesen. Im südlichen Hessen tauchen auch die Begriffe „Puhl“, „Pull“ oder „Poul“ auf, die laut Südhessischem Wörterbuch als weniger fein als das Wort „Puddel“ empfunden werden.

Zunächst haftet dem Verb „puddele“ nichts Anrüchiges an. „Die Kinner puddle im Wasser“ bedeutet, dass sie mit Wasser spielen und pantschen. Von Tieren, die mit den Flügeln im Wasser schlagen, handelt die Redensart: „Wann sich die Gäns pulle, gidd’s Räje (Regen).“

„Puhl“ erinnert an die alte Bezeichnung „Pfuhl“ für Sumpf oder Morast und meint im Dialekt das trübe, schmutzige Wasser in einer Wasserlache oder eben die Jauche.

„Puddel“ und „Puhl“ eignen sich für deftige Vergleiche: „Der is medd Poul gespretzd (gespritzt)“ oder der „is hinnerm Puhl noo“. Beide Male geht es um Sommersprossen. Rudolf Schäfer führt in seinem Mundartwörterbuch aus Frankfurt-Höchst den „Puddelschepper“ an, eine scherzhafte Bezeichnung für eine gebogene Tabakspfeife, deren Form einem Jaucheschöpfer ähnelt.

Manche Wortzusammensetzungen wirken alarmierend, zumal wenn es ums Stöffche geht: „Hat sich der Äppelwein gewendt , dann ist er puddeltrieb.“ Früher kam es in einem heißen Sommer manchmal vor, dass der Gärprozess umkippte.

Das Buch: Hans Peter Dieterich „Hessisch für Anfänger“, Societäts Verlag, 12,80

(hpdie)
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