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Kolumne: Hessisch für Anfänger

Von Dass in dem Schimpfwort "Hannebambel" das Wort "bambele" (baumeln, herunterhängen) steckt, haben wir beim letzten Mal gesehen. Der "Bambelhannes" ist ein langsamer, träger Mensch; "Bambellies" bezeichnet eine unordentliche Frau.

„Bambel“ wird aber nicht nur im negativen Zusammenhang verwendet. Etwas Baumelndes kann auch der Zierde dienen, wie beispielsweise die „Bambelcher“ am Ohr einer Frau zeigen, also die Anhänger oder Ohrringe.

Ein schönes, von der zeitlichen Entwicklung leider überholtes Beispiel mit „Bambel“ kennt unser Höchster Kollege und erläutert dazu, dass in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg „Tabak für viele zu teuer war, weshalb sie ihn selbst anbauten. Das Kraut wurde dann in der Scheune hängend getrocknet und hieß – ’Scheuerbambel’.“

Der Tabakanbau war früher im Rhein-Main-Gebiet und Südhessen nichts Ungewöhnliches. „Scheuerbambel“, „Scheierbambeler“ oder ähnlich nannte man in der Mundart den selbstgepflanzten Rohtabak im Gegensatz zum Tabak aus industrieller Herstellung. Darauf spielt die folgende Frage aus dem Südhessischen Wörterbuch an: „Is des Duwak ore raachsde vun doim oogeblanzde Scheierbambel?“

Im gleichen Wörterbuch finden wir als weiteren Begriff für den Tabak aus eigenem Anbau den „Scheierbordsele“, bei dem nicht gebaumelt, sondern gepurzelt wird („Scheunenpurzeler“). Auf eine Person bezogen, meinte der Begriff in der Mainzer Gegend und Orten weiter südlich eine Karnevalsfigur oder einen unbeholfenen Menschen oder Tölpel.

Das Buch: Hans Peter Dieterich „Hessisch für Anfänger“, Societäts Verlag, 12,80

(hpdie)
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