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Hessisch für Anfänger: Hubbedaddel

Frankfurt. 

Unter dem Motto „Kümmelsannche, Hubbedaddel und sparsamer Wilhelm“ war kürzlich ein Stadtrundgang in Langen angekündigt, der sich mit den sogenannten Übernamen beschäftigte. Damit sind Beinamen gemeint, die auf individuelle Merkmale einer Person anspielen, nicht selten in Form von Spott- oder Uznamen. Bei den Verbindungen mit den Vornamen im Eingangsbeispiel ist der grobe Zusammenhang leicht verständlich. Aber was ist mit dem „Hubbedaddel“?

„Hibbe“, „hebbe“ oder „hubbe“ sind die Mundartbezeichnungen für das Hüpfen, womit der spontane Deutungsversuch eine „hüpfende Dattel“ ergäbe. Das klingt amüsant, ist aber falsch.

„Hibbedeerich“ ist jemand in nervösem oder aufgeregtem Zustand. Daddeln verwenden wir umgangssprachlich für das Herumtippen und hektische Agieren auf dem Smartphone, dem Spielautomaten, der Spielekonsole oder dem PC. In der Mundart heißt „daddele“ viel reden oder schwatzen. „Daddel“ ist folglich der Schwätzer, aber natürlich auch die Frucht der Dattelpalme.

Eine schwatzhafte Person mit nervösem Potenzial ist ein „Hubbedaddel“, den das Südhessische Wörterbuch als affektiert, fahrig und eitel beschreibt. Das Wort „Hubbedaddel“ kommt in der Frankfurter Mundart nicht vor, dafür eine außergewöhnliche alte Bedeutung von „Dattel“ für eine Schmetterlingspuppe. Solch ein Insekt im „eingedattelten“ Stadium kann man sich auch schwerlich hüpfend vorstellen.

 

„Hessisch für Anfänger“

Das Buch von Hans Peter Dieterich, erschienen im Societäts Verlag, 12,80

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