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Kolumne: Kopfsache

„Was man nicht im Kopf hat, muss man im Computer haben“, lautet eine der „Verdrehten Weisheiten“, die Wolfgang Mieder unter diesem Buchtitel zusammengetragen hat.

Anstelle von technischen Hilfsmitteln für die Kopfarbeit legt manch einer lieber Wert auf hessische Genussmittel für ein gewisses Kopfrauschen. So reimten schon vor mehr als dreißig Jahren die Rodgau Monotones: „Un de Hipp un de Hopp un de Schoppe in de Kopp.“

Unser Leser Hans Walter Muth hat drei der gebräuchlichsten Mundartbezeichnungen für den Kopf mit passenden Beispielen aufgelistet. In „Hast de derr widder de Deez uffgehaache!“ gibt sich der Kopf leicht französisch (von französisch „tête“). Bei „Du kriehst ei uff die Banatzel!“ ist das Ziel der angedrohten Hiebe unklar, da „Banatzel“ außer Kopf auch die Nase oder das Gesicht bezeichnen kann.

Der Ausruf „Er hot sich sein Schwelles aagerennt!“ lässt einen an die „Schwellkepp“ denken, die als überdimensionale Pappköpfe bei der Mainzer Fastnacht mitmischen. In seinem Büchlein über die Höchster Mundart betont Rudolf Schäfer aber den Unterschied zwischen „Schwelles“ (Kopf) und „Schwellkopp“ – einer Person, die einen Dickkopf hat, also starrköpfig ist.

Zur Gruppe der eigenwilligen Menschen gehören auch der „Knäulkopp“ oder „Knailkopp“ (von Knäuel) und der „Muffkopp“, abgeleitet von „Muff“ für Groll oder Hass. Ums Äußere geht es beim „Krollekopp“, der wegen seiner kurzen Locken oder krausen Haare so heißt.

 

„Hessisch für Anfänger“

Das Buch von Hans-Peter Dieterich, erschienen im Societäts Verlag, 12,80

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