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Hessisch für Anfänger: Kudern

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Eltern warten ganz gespannt auf die ersten Sprechversuche ihres Nachwuchses, wenn das Kind beginnt, einzelne Laute zu Silben zusammenzufassen, zu verdoppeln oder aneinanderzureihen („Mama“, „Baba“„ Dadada“). In der Mundart meint man, eher die U- und O-Laute herauszuhören, weshalb die Bezeichnung dafür „kudern“ oder „kodern“ lautet.

Im „Kleinen Mundartwörterbuch aus Frankfurt-Höchst“ lesen wir die Erklärung: „Sprechversuche von Kleinkindern, deren erste Laute sich wie ,ku-ku‘ anhören.“ Die frankfurterische Variante „kodern“, die die Sprechlaute eines Kleinkindes umschreibt, gibt das Frankfurter Wörterbuch mit „kindlich kauderwelschen“ wieder.

Auch bei dem Dialektbeispiel aus dem Südhessischen Wörterbuch geht es um Laute, wenn das Kind „se kodern oonfengt“. Aber das Wort passt auch für das lallende oder undeutliche Sprechen von Erwachsenen und das Quatschen und Schwatzen. Verwandt mit „kodern“ ist „kudern“ beziehungsweise „kuddern“ im Zusammenhang mit murrenden, nörgelnden und quengelnden Menschen wie in dem Satz: „Der kudderd de ganze Daag.“

Eine schwer verständliche Sprache oder unverständliches Gerede nennen wir Kauderwelsch, wobei das Wort „kaudern“ interessanterweise sowohl „undeutlich reden“ als auch „Handel treiben“ bedeutete. Waren etwa die „Churwelschen“ gemeint, also Händler oder Hausierer aus dem Ausland, deren Sprache kaum jemand verstand, oder solche, die unentwegt auf die Leute einredeten, um ihre Waren zu verkaufen?

„Hessisch für Anfänger“

Das Buch von Hans Peter Dieterich, erschienen im Societäts Verlag, 12,80

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