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Hessisch für Anfänger: Mer

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Wie zu vermuten ist, hat sich hier nicht das französische Wort für „Meer“ eingeschlichen, sondern das kleine Wörtchen „mer“ mit kurzem Vokal. In der Mundart wie in der Umgangssprache taucht es in Beispielen wie den folgenden auf: „Wie hawwe mers dann?“ „Mer waases net.“ „Mer wird ja krank dadevo.“

Unser Leser Hans Walter Muth hat sich darüber Gedanken gemacht und zeigt anhand von Beispielen, dass „mer(r)“ nicht gleich „mer“ ist, sondern sich hinsichtlich der Bedeutung wie ein sprachliches Wechseltierchen verhält. In Ausdrücken wie „Mer freut sisch“ oder „Mer will ja kaan Ärscher“ steht es für „man“. Dagegen bedeutet es „wir“ in „Mer habbe die Nas voll“ oder „Mer wolle haam“. In der Mundart fällt beides lautlich zusammen.

Beim Neuhessischen im Rhein-Main-Gebiet drängt es uns dazu, dass „mer alles e bissi uffweiche“ oder „geschmeidisch“ zusammenfügen. An das vorangehende Wort angehängt verschmilzt „mer“ zu „gehmer“ (gehen wir), „duhmer“ (tun wir) oder zu „wammer“ (wenn wir) wie in der folgenden scherzhaften Redensart: „Wammer nor emol gesse hawwe, geschafft hawwe mer glei.“

Und als Drittes „derfe mer net vergesse“, dass unser Wörtchen auch in Zusammenhängen wie diesen auftaucht: „Du könntst mer helfe.“ „Des verbitt ich mer.“ Und natürlich im klassischen Stoltze-Zitat: „Un es will merr net in mein Kopp enei …“

 

„Hessisch für Anfänger“

Das Buch von Hans-Peter Dieterich, erschienen im Societäts Verlag, 12,80

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