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Pudel

Von dem Pudel, der im ersten Teil von Goethes „Faust“ auftaucht, sagt Fausts Begleiter Wagner: „Es ist ein pudelnärrisch Tier. / Du stehst hier, er wartet auf; / Du sprichst ihn an, er strebt an dir hinauf; / Verliere was, er wird es bringen, / Nach deinem Stock ins Wasser springen.“ Später in Fausts Studierzimmer wird als „des Pudels Kern“ Mephistopheles in Erscheinung treten.

Verlassen wir die klassische Literatur und folgen den Spuren des „normalen“ Pudels.

Das Wort „Pudel“ hängt mit „puddeln“ (im Wasser plätschern) zusammen. Der Vergleich „wie en begossene Pudel“, also eine Person in unglücklicher oder verlegener Situation, scheint nicht ganz passend. Denn wegen ihrer Vorliebe für das nasse Element richtete man die Hunderasse früher für die Jagd auf Wasservögel ab.

Die Redewendung „Mich frierts wie en Pud(d)el“ erklärt sich am ehesten, wenn man sich das Tier ohne seine lockigen Fellhaare vorstellt; daher der Ausdruck „puddelnackisch“. Unsere Leserin Hanni Schreiber aus Frankfurt kennt folgenden Ausspruch: „Da kannste die puddelnackisch Krenk kriehe“. Kein Krankheitszustand ist gemeint, sondern der Umstand, dass man sich über etwas aufregt oder dass etwas zum Verzweifeln ist. Ein altes Schimpfwort der Frankfurter lautet „Krieh de Krenk Offebach!“ und richtet sich gegen die Nachbarstadt. Der Pudel wird dabei nicht bemüht.

„Hessisch für Anfänger“

Das Buch von Hans Peter Dieterich, erschienen im Societäts Verlag, 12,80

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