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Hessisch für Anfänger: Singen

„Singe, wem Gesang gegeben“, ist ein häufig verwendetes Zitat, das aus dem Werk des Dichters Ludwig Uhland stammt. Wer gut singen kann, singt wie eine Lerche oder eine Nachtigall. Vergleiche für einen guten Sänger klingen in Mundartbeispielen aus dem Hessen-Nassauischen Wörterbuch so: „wäi en Kanalljevuul (Kanarienvogel“ oder „wäi e Orjenpeife (Orgelpfeife)“.

Als Inbegriff schlechten Gesangs müssen dagegen Vögel mit mangelhaften stimmlichen Qualitäten herhalten. Mundartproben, diesmal aus dem Südhessischen Wörterbuch, veranschaulichen es: „Er singd wie en Rawe“, „wie en Krapp“, „wie e Rabdigall“ oder „wie e Bachstelz, die de Schnuppe hot“.

Mit zunehmender Lautstärke können Töne schnell ins Schrille umschlagen, wofür es in der Mundart den Begriff „gilpche“ gibt. Laut Frankfurter Wörterbuch äußert sich jemand, der „en Gilpsch dhut“, mit schriller, durchdringender Stimme, ähnlich wie ein „Krischer“. Unsere Leserin Hanni Schreiber kennt „gilpche“ im Frankfurterischen auch in der Bedeutung von hoch singen.

Ein Ausspruch wie „Des is heit wirrer e Gegilbsch!“ macht deutlich, dass die helle und hohe Stimme die Grenze zum durchdringenden Kreischen überschritten hat.

„Hessisch für Anfänger“

Das Buch von Hans Peter Dieterich, erschienen im Societäts Verlag, 12,80

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