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Hessisch für Anfänger: Wäsch

„E Waschlafor“, kurz „Lafor“ („Lavor“) genannt, war einmal üblicher Bestandteil der täglichen Körperpflege. In Westernfilmen benutzt es der Held manchmal nach strapaziösen Revolverein-sätzen in staubiger Szenerie: eine Waschschüssel mit Krug.

Die hessische Mundart veredelt den einfachen Vorgang des Waschens, der ohne den Luxus des fließenden Wassers auskommen muss, sprachlich durch die Doppelung mit dem französischen Lehnwort „lavoir“, das eigentlich das Waschhaus oder den Platz zum Waschen der Wäsche bezeichnet.

Wenn es ums Wäschewaschen ging, waren in waschmaschinenlosen Zeiten ganz andere Gefäße nötig. Die „Wäschbidd“ (Waschbütte) war ein großer Holzbottich oder Zuber, ähnlich wie die „Wäschbrenk“, ein offenes, ovales Gefäß, das ursprünglich aus Holz gefertigt war, an dessen Stelle später die Zinkwanne trat.

An die harte Tätigkeit einer Waschfrau erinnert das Frankfurter Wörterbuch: Die „Wäschfraa, die vor de Bitt stund, un riwwele un winne (auswinden) musst, dass ihr Finger ganz schrumbelig warde“. Am Rhein, wie beispielsweise in Mainz, gab es fürs Wäschewaschen sogenannte „Wäschbricke“ (Waschbrücken). „Wäschbrickelche“ war laut Rheingauer Wörterbuch die Bezeichnung für einen „breiten, am Rheinufer fest verankerten Ponton mit flachem Boden und niedrigem Mittelbord, der über einen Steg zum erhöhten Bug und Heck zugänglich war und in der Mitte eine offene Wasserrinne hatte“. Mit dem Spottnamen „Kabidän vum Wäschbrickelche“ machte man sich über eitle Freizeitkapitäne lustig.

„Hessisch für Anfänger“

Das Buch von Hans Peter Dieterich, erschienen im Societäts Verlag, 12,80

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