Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Titelbild Mainova Marathon Laufsport - alles rund um den Mainova IRONMAN Frankfurt 2017 Frankfurt am Main 28°C

Kosmische Bescheidenheit

Jetzt, da der Winter abklingt und die Wolkendecke öfters aufreißt, habe ich wieder Gelegenheit, nachts die Sterne zu beobachten. Ich bin kein Hobbyastronom oder gar Astrologe, der Sie, liebe Leser, mit Sternenkonstellationen langweilen möchte. Mir sind nur wenige Himmelsbilder bekannt. Doch der Blick ins All genügt mir, um mich von der verhältnismäßigen Unwichtigkeit der meisten irdischen Probleme zu überzeugen. Dies geschieht, indem ich Zeuge der enormen Dimensionen des Raumes werde, in dem wir auf unserer Erde dahinrasen. Das flößt mir Demut ein.

Soeben haben Astronomen mit Hilfe des Weltraumtelekops Hubble und irdischer Observatorien indirekte Beweise für die Existenz von sieben Planeten gesammelt. Die Wissenschaftler nehmen an, dass aufgrund der verhältnismäßig geringen Masse dieser Himmelskörper und der dort herrschenden moderaten, mit der Erde vergleichbaren Temperaturen Leben – in welcher Form auch immer – denkbar wäre.

Die erdverwandten Planeten kreisen um den Stern Trappist 1. Dessen Position ist, kosmisch gesehen, nur einen „Katzensprung“ von unserer Erde entfernt, „ganze“ 40 Lichtjahre. Es gibt Sterne, die Millionen Lichtjahre von uns entfernt sind. Wenn wir sie durch Teleskope beobachten lassen, blicken wir also auf eine Momentaufnahme von vor einer Million Jahren – der Stern, den wir erspähen, kann unterdessen längst erloschen sein.

Die Faszination des Lichts beruht auf dessen Helligkeit, die durch die Kernfusion, das Verschmelzen der Wasserstoffatome zu Helium entsteht, wie es auf unserer Sonne geschieht. Ebenso fesselnd ist die Geschwindigkeit des Lichts. Es legt in der Sekunde etwa 300 000 Kilometer zurück – so lange braucht das Licht von unserem Mond zu uns. Im Verlaufe eines Jahres überwindet das Licht die phantastische Entfernung von 9,46 Billionen (eine 1 plus 12 Nullen) Kilometern. Nimmt man diese unvorstellbare Distanz mal vierzig, dann haben wir die Entfernung zu den erdähnlichen Planeten, die die kleine Sonne Trappist umkreisen.

Sollten die Astronomen weitere Anhaltspunkte für die Existenz von Leben auf den Planeten des Trappisten 1 ausmachen, könnten sie versuchen, Kontakt zu diesen Himmelskörpern aufzunehmen. Das Hin- und Hermorsen dauert allerdings jeweils vierzig Jahre. Eine konkrete andere Möglichkeit ist nach unserem heutigen Wissensstand ausgeschlossen. Denn die Lichtgeschwindigkeit ist die absolut höchst mögliche Geschwindigkeit – sie lässt sich anders als der Schall nicht durchbrechen. Das bedeutet, selbst wenn es eines fernen Tages möglich sein sollte, Flugmaschinen zu entwickeln, die sich mit einem Tempo nahe an der Lichtgeschwindigkeit fortbewegen, dann brauchten sie dennoch 40 Jahre, um auf einen Planeten des Sterns Trappist zu gelangen. Ein 18jähriger Weltraumfahrer würde demnach im Alter von 58 auf dem erdähnlichen Himmelkörper anlanden.

Geben wir ihm oder ihr ein Jahr Urlaub, um das Gestirn kennen zu lernen und sich dort zu erholen, ehe er oder sie die Rückreise zur Erde antritt. Hier würde er oder sie als knapp Hundertjährige(r) wieder anlangen. Das wäre selbst bei allem denkbaren Fortschritt der Medizin ein greisenhaftes Alter.

Offenbar haben Gott und die Natur uns Menschen bestimmt, auf unserer Erde zu bleiben. Von hier aus sind Flüge zum Mond möglich. Allerdings mit unserer gegenwärtigen Höchstgeschwindigkeit von „ganzen“ 28 000 Kilometern in der Stunde.

Der amerikanische Präsident Donald Trump und andere streben die Wiederaufnahme der Weltraumflüge an. Das wird ihnen helfen, zumindest kosmische Bescheidenheit zu erlernen.

Zur Startseite Mehr aus Jugendfrei

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse