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Jugendfrei: Und dann? Der Glaube

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Wie kommen wir 2017 am besten zurecht? Unser Land steuert einem ereignisreichen Jahr entgegen. Bundestagswahlen stehen an. Deutschland wird weiterhin im Fadenkreuz islamistischer Terroristen stehen. Auf diese Bedrohung werden unsere Politiker und unsere Behörden effiziente Antworten finden müssen. Entscheidend wird jedoch unser Verhalten als Normalbürger sein. Wie gestalten wir unser Leben angesichts der Herausforderungen unserer persönlichen Sicherheit?

Jeder Mensch hat seinen eigenen Weg, mit diesen Bedrohungen umzugehen. Ich bin überzeugt, es hilft vielen, wenn sie eine allgemein positive Grundeinstellung besitzen. Früher war es die Religion. Sie wurde den Menschen quasi mit der Muttermilch eingeflößt. Die Kinder erlebten, wie ihre Familien täglich beteten, religiöse Riten einhielten, die Kirche oder die Synagoge besuchten. Das gab ihnen Halt im Alltag, in Krisen, bei Krankheiten, ja bis zum Tod. Doch seit der Aufklärung, vor allem seit den vielfachen Umbrüchen und Katastrophen des 20. Jahrhunderts, nimmt die religiöse Bindung fortwährend ab.

An ihre Stelle treten materielle Güter und irdisches Tun, welche die Aufgabe haben, die Menschen zu beschäftigen und ihre Sinne zu erfreuen. Denn wir wollen nicht daran erinnert werden, dass unser Dasein durch den Tod ein Ende finden wird. Eine schöne Reise ist ein Gewinn – es ist eine Zeit, „die uns niemand wegnehmen kann“, wie wir zu sagen pflegen. Die gleiche Funktion haben Konsumartikel, elegante Kleidung, sportliche Herausforderungen, Spiele, etc. Eine berufliche Karriere spielt für viele Menschen eine entscheidende Rolle. Dabei muss ich an ein Interview mit dem katholischen Geistlichen Georg Gänswein denken. Dabei schilderte er, dass er während seines Studiums daran dachte, Investmentbanker zu werden. Dabei würde er viel Geld verdienen. Doch daraufhin fragte er sich: „Und dann?“ Ein Haus kaufen, Güter anhäufen. „Und dann?“

Die gleiche Frage stellt im preisgekrönten polnischen Film „Ida“ eine Novizin ihrem Geliebten, als er ihr einen Heiratsantrag macht. Er will eine gute Ehe und Kinder. Am Ende weiß der Freund auf die „Und dann?“-Frage Idas nur noch mit: „Dann schaffen wir uns einen Hund an“ zu antworten. Ein Hund ist gut. Unser Schomer ist ein hervorragender Kamerad und gelegentlicher Tröster. Doch er ist kein Mensch, kann kein Partner für unseren Geist sein, wenn sich die „Und dann?“-Frage stellt.

In solchen kritischen Momenten habe ich stets Halt in meinem Glauben gefunden. Vor kurzem las ich in den „Erzählungen“ des Religionsphilosophen und Publizisten Martin Buber (1878-1965). Darin schildert er das Leben und Wirken des Rabbiners Israel Ben Elieser (1700-1760). Der berichtet von seinem Vater. Als dieser erkennt, dass sein Ende naht, ruft er seinen Sohn zu sich und teilt ihm dies mit ruhiger Stimme mit: „Ich muss bald sterben. Doch du sollst aber davor keine Angst haben. Denn Gott wird dich auf all deinen Wegen und bei all deinen Taten begleiten.“ So geschah es. Ben Elieser wurde unter dem Namen Baal Schem Tov, was Herr des Guten Namens bedeutet, der Begründer der mystischen Bewegung des Chassidismus und der angesehenste Rabbiner seiner Zeit.

Ich bin kein Mystiker. Doch mein Gottvertrauen hilft mir, die Herausforderungen und die Ängste des Lebens zu bewältigen. Ich bin sicher, dass in unseren unruhigen Zeiten die Menschen zunehmend Trost und Halt im Glauben finden werden.

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