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Alles in Ordnung?

Mit dem Wort „Ordnung“ ist nicht mehr alles in Ordnung. Denn wo diese anfängt und aufhört, ist sehr unordentlich geregelt.

So spricht der eine schon von Aufräumen, wenn er im Büro den Schreibtisch wenigstens in Grundzügen wieder erahnen kann. Und bei manchen fällt selbst das vermutlich schon unter „Ordnungsfimmel“ – einen solchen beklagen 70 Prozent der 14- bis 29-Jährigen in einer Gfk-Umfrage. Andere Menschen dagegen reißen dem Gast schon beim Kaffeetrinken die fast leere Tasse aus der Hand, um diese in die Spülmaschine einzuräumen.

Das alles wäre nur halb so schlimm, wenn jeder über die Ordnungsvorstellung des anderen vorher detailliert Bescheid wüsste – etwa in einer ordentlichen Tabelle „Meine Ordnungskriterien“ aufgelistet. Dann müsste eine Frau sich vielleicht gar nicht die Seele aus dem Leib putzen, wenn sie einen Mann zum ersten Mal in ihre Wohnung einlädt. Und wer seine Kleidung gern auf den Stuhl wirft, könnte für pingelige Besucher einfach ein Schild aufstellen: „Aber im Schrank ist Ordnung.“

Na gut, möglicherweise handelt es sich nur um eine gefühlte Ordnung, die von außen nicht zu erkennen ist. Weil der Betrachter nicht weiß, welche Kriterien der vermeintliche Messie zugrunde legt. Aber auch das ist in Ordnung.

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