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Pianissimo: Diät mit der Wespe

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Der Mensch ist seltsam und launisch– jedenfalls aus Wespensicht. Denn er hat ein seltsames Verhältnis zum Essen.

<span>Pia Rolfs</span> Bild-Zoom Foto: (FNP)
Pia Rolfs

So spricht er einerseits von Diät und stellt vermutlich deswegen ständig süßes Futter nach draußen. Doch genau in dem Moment, wo die Wespe den oft moppeligen Menschen von Kuchen oder Eis befreien will, schlägt er zu. Wild fuchtelt er um sich oder greift zur Zeitung – nur damit die Wespe nicht bekommt, was er kurz vorher noch gar nicht haben wollte. Ein klares Zeichen von Futterneid. Wespen sind sich da sehr einig – und da es immer mehr werden, können sie nicht irren.

Möglicherweise treibt den Menschen, der gern schlank sein will, auch figürlicher Neid auf die Wespe an. Schließlich spricht er, wie im Insektenreich erstaunt summend registriert wird, bei seinen Wunschvorstellungen oft von einer „Wespentaille“.

Ungeachtet dieser Aggressionen versuchen viele Wespen weiterhin, sich dem essgestörten flügellosen Zweibeiner anzunähern. Schließlich kann eine gemeinsame Mahlzeit aus ihrer Sicht das Verhältnis doch nur entspannen. Aber dass der Mensch sich diesem Projekt strikt verweigert, ist ihnen ein Stachel im Fleische. Und manchmal sind sie bereit, auch diese Erfahrung mit ihm zu teilen.

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