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Pianissimo: Feigenbaum

Von
<span></span> Bild-Zoom Foto: Salome Roessler

Ganz Deutschland stöhnt unter dem Klimawandel? Nein, nicht ganz Deutschland. Denn ein Pflanzengefährte nutzt die Hitze, um sich bundesweit auszubreiten: der Feigenbaum.

Bisher war er höchstens in Gegenden anzutreffen, die aus Sicht von Norddeutschen fast schon in Äquatornähe sind – also in der Pfalz oder Südbaden. Jetzt aber, so betonen Gartenexperten, gelangen neue, winterharte Sorten auf den Markt. Wenn also künftig von der „Bayernfeige“ die Rede ist, handelt es sich dabei mitnichten um CSU-Mobbing.

Aber natürlich muss hinterfragt werden, wie das die Gesellschaft verändert – oder auf gut Neudeutsch: Was macht das mit uns? So könnte das bald vorhandene Übermaß an Feigenblättern zu einer Retro-Mode führen: Schließlich war das Feigenblatt als einziges Bekleidungsstück ja schon mal recht modern, wie alte Gemälde und antike Statuen zeigen.

Noch mehr gefragt als das tatsächliche ist in unserer Gesellschaft jedoch das moralische Feigenblatt. Obwohl es noch schwerer zu befestigen ist und noch leichter abfällt. Denn dem Menschen ist oft unklar, was jeder Feigenbaum längst weiß: Wenn sich das Blatt wendet, merkt man erst, wo die Feigen sitzen.

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