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Pianissimo: Freunde ausmisten

<span></span> Bild-Zoom Foto: Salome Roessler

Früher dachten viele, der Frühjahrsputz beschränke sich auf die eigene Wohnung. Aber weit gefehlt. Denn ausgemistet werden muss mittlerweile auch mental, emotional und vor allem digital.

So entrümpelt laut einer Umfrage des IT-Verbands Bitkom jeder Zweite regelmäßig seine Freundeslisten. Das verblüfft ein wenig. Glaubten doch Ältere gerade verstanden zu haben, dass es in den sozialen Medien ums bloße Anhäufen von angeblichen Kontakten geht. Und demnach ist der Umstand, dass man einen Facebook-Freund nicht kennt, noch lange kein Grund, diese Freundschaft zu kündigen. Im Gegenteil. So wird diese Beziehung nicht durch unnötige Nähe belastet.

Trotzdem wächst nun die Besorgnis: Was kann dazu führen, dass man selbst ausgemistet wird? Das fehlende „Gefällt-mir“-Klicken beim 50. Essensbild? Eine ein wenig zu lustlose Preisgabe von intimen Daten? Leider wird das vom Ausmister nicht mitgeteilt. Würde man ihn kennen, wäre das kränkend.

Manche sind so im digitalen Putzwahn, dass sie sogar ihre ganze Facebook-Mitgliedschaft entsorgen. Aber das Zurückfinden in die reale Beziehungswelt und ihre Begriffe könnte schwer werden. Denn wenn dort jemand ausgemistet wird, hört er paradoxerweise oft den Satz: „Lass uns Freunde bleiben.“

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