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Genussrebellen

Eine spektakuläre Wende deutet sich auf den Tellern an. Denn genau 53,6 Prozent der Deutschen legen in einer Gfk-Umfrage das kulinarische Geständnis ab: Essen muss vor allem schmecken. Schmecken!

Dabei gilt die Ernährung doch heute eher als Religionsersatz, mit dem die Lebenseinstellung demonstriert wird. Die heißt dann etwa: „Ich bin gesundheitsbewusst“, „ich bin klimafreundlich“, „ich bin bodenständig“ oder „ich bin als Fleischesser ein echter Mann“. Aber Essen, das einfach nur schmeckt! Das ist wirklich ganz alte Schule.

Angeblich gibt es zwar Menschen, denen – vermutlich nach intensiver Gehirn- und Magenwäsche – auch gedünstetes Gemüse schmeckt. Die sehen es dann tatsächlich so lüstern an, als wäre es ein Schokoriegel. Aber diese Vermengung von Pflicht und Spaß ist ebenso bedenklich, wie wenn jemand in der Freizeit ständig Dienstmails lesen würde. Und das kann nicht gesund sein.

Die Einstellung des kulinarischen Genussrebellen dagegen kann nur lauten: Nur weil ich oft Gesundes essen muss, muss es mir noch lange nicht schmecken. Denn der Salat kann meinen Körper haben, aber nicht meine Seele! Und dessen Verzehr ist ohnehin bedenklich, schließlich heißt es in Krisensituationen oft genug: Da haben wir den Salat.

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