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Pianissimo: Glücklich verspätet

Verspätungen haben einen schlechten Ruf – möglicherweise zu Unrecht. Wirkt doch gerade das extrem Verspätete oft noch wertvoller, wenn es am Ende überhaupt ankommt.

<span>Pia Rolfs</span> Bild-Zoom Foto: Salome Roessler
Pia Rolfs

So sorgt ein Zertifikat für ein Seminar, das nach fast eineinhalb Jahren ausgestellt wird und ankommt, geradezu für Freudenstürme. Hatten doch die Teilnehmer gar nicht mehr damit gerechnet, es nach nur fünf Aufforderungen überhaupt noch zu erhalten. Hätte das Bildungsinstitut allerdings weitere 50 Jahre gewartet oder die Zertifikate im Postsack über einem Gletscher abgeworfen, wäre der Fund vielleicht noch spektakulärer gewesen.

Diese Erfahrung zeigt dann vielleicht auch, was die Deutsche Bahn falsch macht: Ihre Züge kommen zwar oft zu spät. Aber vermutlich noch nicht spät genug, dass sich der Passagier wie ein Schneekönig freut, das Ziel oder seine Angehörigen in diesem Leben überhaupt noch einmal wieder zu sehen. In diesem Jubeltaumel könnten dann alle Forderungen nach Fahrgastrechtformularen untergehen. Oder der Werbeslogan müsste einfach behaupten: „Verspätet ist das neue Pünktlich.“ Aber dafür ist es vermutlich etwas zu spät und gleichzeitig noch nicht spät genug.

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