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Pianissimo: Hässlicher Schirm

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Im Laufe eines Menschenlebens gehen viele Schirme verloren. Und weil der Abschied von schönen Regenschirmen Seele und Portemonnaie weh tut, beschließt deren zerstreuter Besitzer irgendwann: So geht es nicht weiter!

Deswegen lässt er seinen Lieblingsschirm zu Hause und nimmt stattdessen einen hässlichen mit. Einen billigen, den er vor Jahren bei einem plötzlichen Regenguss kaufte, der nicht zu seiner Kleidung passt und außerdem unhandlich ist. Dieser Schirm, so denkt er sich, kann ja ruhig verloren gehen. Falsch gedacht.

Denn gerade der hässliche Schirm fällt durch sein ungewöhnliches Erscheinungsbild immer auf. Allein der bewusste Vorsatz, ihn zu vergessen, führt dazu, dass sich der Besitzer ständig an ihn erinnert. Und wenn es doch einmal fast gelingt, ihn loszuwerden, trägt ihm ein Mitmensch den hässlichen Schirm freundlich hinterher:

„Den haben Sie vergessen.“

So kommt es, dass der hässliche Schirm oft ein jahrzehntelanger treuer Begleiter wird. So treu, dass sein Besitzer ihn schon aufgrund der Dauer der gemeinsamen Zeit irgendwann wirklich mag – ein Prinzip, das aus manchen Ehen bekannt ist. Leider tritt dann Lebensregel 26b in Kraft: Denn sobald er ihn gar nicht mehr verlieren möchte, wird genau das passieren.

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