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Pianissimo: Klopfen auf Holz

Der Specht ist der Workoholic des Vogelreichs. Und daher scheint es nur fair, dass nach Millionen Jahren der Evolution endlich einmal gefragt wird: Macht er sich mit seinem übertriebenen Engagement im Baumklopfen eigentlich kaputt? Vielleicht weil er ständig auf das Lob wartet: Nicht schlecht, Herr Specht!

Menschen würden jedenfalls, wenn sie Specht wären, ständig an Gehirnerschütterung leiden, stellten US-Forscher fest. Aber gleichzeitig stellen sie lässig die Frage in den Raum: „Würden die Spechte noch da sein, wenn das Klopfen ihr Gehirn schädigt?“ Das scheint ein wenig naiv. Sind doch Menschen wahre Meister darin, ihr Gehirn zu schädigen – etwa durch Alkohol, Drogen, exzessives Fernsehen oder gar Boxen. Und trotzdem sind sie noch da. Jedenfalls als Spezies.

Die Forscher führen schließlich die schützende Wirkung so genannter Tau-Proteine ins Feld. Aber das ist möglicherweise nur die halbe Wahrheit. Schließlich hat der Specht in seiner Familie auch Wendehälse, die dem menschlichen Sozialverhalten nahe stehen. Aber als stolze Vögel möchten die Spechte vielleicht mit all ihrer Kraft verhindern, dass sie am Ende ganz so charakterlos werden wie Menschen. Und um dieses schlimme Unglück zu verhindern, klopfen sie ständig auf Holz.

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