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Pianissimo: Leuchtender Bahnsteig

Gerade erst hatte die Deutsche Bahn ihre Reisenden zum achtsamen Loslassen von Raum, Zeit und Fahrplänen bewegt – da scheint sie nun alles wieder zunichte zu machen. Mit einer neuen Pünktlichkeitsoffensive.

Die Bewegung „Leuchtender Bahnsteig“, gerüchteweise keine Splittergruppe der peruanischen Guerrillaorganisation „Leuchtender Pfad“, soll den Fahrgästen zeigen, wo sie einsteigen sollen. Davon hatten manche bisher völlig falsche Vorstellungen. So orientierten sie sich etwa ganz naiv an ihren Platzreservierungen, die meistens ausfallen. Oder an den Maßgaben von Wagenstandsanzeigern, die durch lustiges Verändern der Waggon-Reihenfolge ständig wieder aufgehoben werden.

Der so verwirrte Fahrgast wird aber in einem Stuttgarter Pilotprojekt nun von seinem eigenen Bahnsteig erleuchtet. Farbige Markierungen sollen ihm sogar die Belegung des Waggons anzeigen. Das geschieht vermutlich anhand der längst aufgehobenen Reservierungen und bezieht sich auf einen inzwischen woanders stehenden Wagen. Aber für so viel Realität kann die Bahn nun wirklich nichts.

Stuttgart ist außerdem gut gewählt. Denn wer es trotzdem nicht in den Zug schafft, kann dort als „Wutbürger21“ der Bahn heimleuchten. Gilt aber unter Fahrgästen deswegen nicht als zurückgeblieben.

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