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Pianissimo: Mitgebracht

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Früher konnte einer, der eine Reise tut, was erzählen. Heute nicht mehr – denn er hat ja vorher schon alles gepostet, gemailt und auf Whatsapp verbreitet. Aber dennoch bleibt die Mitbringsel-Pflicht. Denn sie ist archaisch und von modernen Riten unangetastet.

Gelten doch nur diese kleinen unnötigen, oft kitschigen Geschenke den Daheimgebliebenen als aufrichtiges Zeichen dafür, dass der Reisende an sie gedacht hat. Dabei geht es nicht einmal um das Mitbringsel selbst. Sondern um das Wissen, dass der Reisende einen Teil seiner wertvollen Urlaubszeit opferte, um die Frage zu klären: „Was in aller Welt kann ich denn von hier bloß mitbringen?“

Auch beim In-den-Koffer-Packen der Mitbringsel handelt es sich um eine Art Opfer-Ritual. Denn der Reisende signalisiert damit etwa: „Ich war bereit, die Unversehrtheit meiner Kleidungsstücke aufs Spiel zu setzen, nur um Dir ein 50-Milliliter-Glas Honig mitzubringen.“

Weil das manchmal nicht ausreichend erkannt und gewürdigt wird, kann es zum Streit kommen. Aber das macht nichts. Denn wenn einer dahin gehen soll, wo der Pfeffer wächst, weiß er wenigstens, was er von dorther mitbringt.

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