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Pianissimo: Nichts bereuen

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Jeder siebte Deutsche ist Edith Piaf. Nicht weil er das Talent der französischen Chansonsängerin hätte. Sondern weil er sich an ihrer Liedzeile orientiert. „Je ne regrette rien“ – „Ich bereue nichts.“

So erklärten nämlich 15 Prozent der Deutschen in einer Forsa-Umfrage, sie würden in ihrem Leben alles noch einmal genau so machen. Das könnte daran liegen, dass ihnen mangels Phantasie gar keine Alternativen einfallen. Oder daran, dass sie ihre größten Fehler bereits wieder vergessen haben. Vor allem aber hilft bei dieser Einstellung die felsenfeste Überzeugung: „An allem, was schief lief, waren immer die anderen schuld.“

Außerdem zeugt das aufrichtige Bereuen zwar von Selbstkritik, ist aber meistens sinnlos. Denn viele Menschen machen ihre Lieblingsfehler trotzdem immer wieder – möglicherweise um zu überprüfen, ob das Bereuen wieder so intensiv ist wie beim ersten Mal. Ein spannender Selbstversuch!

Vielleicht wird das Bereuen aber auch unattraktiver, weil dafür kaum noch jemand Zeit hat. „Der Wahn ist kurz, die Reu’ ist lang“, umriss schließlich Friedrich Schiller den dafür einzuplanenden Zeitrahmen. Und demnach muss die Reue sehr lange dauern. Denn schon beim Wahnsinn ist ein Ende bisher noch gar nicht abzusehen.

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