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Pianissimo: Pflanzensitter

Manche haben im Sommer nach der Arbeit gerüchteweise tatsächlich frei. Und das heißt wohl: Sie sind nicht Teil einer Gießgemeinschaft.

Denn nach dem Motto „wie du mir, so ich dir“ bedeuten solche Zusammenschlüsse von Freunden oder Nachbarn in der Urlaubszeit: „gießst du mir, gieß ich dir“. Das ist natürlich grammatikalisch falsch, aber solche Feinheiten gehen im plätschernden Befüllen der Gießkanne schnell mal unter.

Wichtig ist natürlich, dass die Teilnehmer einer Gießgruppe ihre wechselseitigen Pflichten ernst nehmen. So sind Urlaubspläne am Arbeitsplatz eigentlich zweitrangig gegenüber denen in der Gießgemeinschaft. Denn wenn in dieser beide Seiten gleichzeitig Urlaub machen, ist die lückenlose Betreuung der Balkon- und Gartenpflanzen nicht mehr gewährleistet.

Fatalerweise muss der Pflanzensitter neben der fremden aber auch noch die eigene Begrünung bewässern. Das führt gerade in dieser Hitze zu unglaublichem Gießstress, der eigentlich schon wieder urlaubsreif macht. Aber der Gedanke an den eigenen Urlaub macht Pflanzensitter wieder glücklich. Weil sie genau wissen, was den Gießkumpanen dann blüht.

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