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Pianissimo: Relativität im Nahverkehr

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Die Relativitätstheorie muss neu erfunden werden, war doch die von Albert Einstein für den Nicht-Physiker viel zu schwer zu verstehen. Wesentlich einfacher ist dagegen die Version für den Nahverkehr– denn dafür braucht es nur die Promotion zum „Doktor Pendler“.

Dieser erfahrene Fahrgast weiß nämlich: Zum Erreichen des Ziels kommt es nicht nur darauf an, wie viele Minuten ein Zug verspätet ist. Sondern auch darauf, wie verspätet sein Anschlusszug im Verhältnis zum ersten ist. Mit anderen Worten: Es ist relativ egal, wenn der erste Zug fünf Minuten später kommt, so lange der Anschlusszug es auch tut. Manchmal verkürzt eine Verspätung von Zug eins sogar am Bahnsteig das Warten auf Zug zwei. Ist also im Grunde von Vorteil.

Findige Verkehrsunternehmen haben das natürlich längst erkannt. Da sie aber allen Fahrgästen gerecht werden wollen, egal wo sie umsteigen und in welche Richtung sie fahren, lassen sie nach einem Zufallssystem einfach immer wieder Züge verspätetet ankommen. Und die zweite Stufe der Relativitätstheorie für den Nahverkehr lautet: Dass manche Pendler sich darüber schwarz ärgern, ist leider relativ egal.

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