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Rettet den Zufall!

Der Mensch hat sich bereits daran gewöhnt, dass er ständig etwas retten muss: die Umwelt, Arbeitsplätze und sich selbst, wenn er kann. Aber nun ist noch etwas Wichtiges bedroht: der Zufall.

So warnt der Philosoph Richard David Precht vor der Abschaffung des „überraschenden oder inspirierenden Zufalls“. Schließlich würden Menschen ihre Urlaubshotels schon vorab im Internet erkunden, Navis das manchmal spannende Verirren in fremden Städten verhindern. Von Algorithmen, die angeblich passende Bücher und Lebenspartner auswählen, ganz zu schweigen.

Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch, würde Friedrich Hölderlin hier rein zufällig einwenden. Denn selbst wenn die Technik mal einwandfrei funktionieren würdää (Konjunktiv fünf wegen totaler Unwahrscheinlichkeit), bleibt noch der Nutzer. Und dieser drückt immer wieder falsche Tasten, macht Fehler bei der Ortseingabe oder belügt sich selbst. Deswegen kommt am Ende stets ein Chaos heraus, das durch das Wort „Zufall“ noch höflich umschrieben ist.

Nachdenklich stimmt die Autorin dieser Zeilen dennoch, dass sie gerade diese Glosse nach dem ersten Anlauf versehentlich löschte. Denn das kann kein Zufall sein.

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