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Routine am Morgen

Sage mir, was du morgens als Erstes tust, und ich sage dir, wer du bist – daran konnten Menschen sich bisher halten. Doch auch hier muss umgedacht werden.

Denn zur Morgenroutine gehört inzwischen für viele als Erstes der Blick in die sozialen Medien. 44 Prozent aller Nutzer machen das, sobald sie die Augen aufschlagen, so eine Bitkom-Umfrage. Das scheint zumindest aus Sicht der Jüngeren verständlich. Schließlich müssen sie dort überprüfen, ob sie noch Nachrichten erhalten. Anderenfalls wären sie vermutlich tot und könnten gleich liegenbleiben.

Ältere fragen sich allerdings, ob dafür andere schöne Rituale wie Duschen, Zähneputzen oder Frühstücken geopfert werden. Schließlich ist die Zeit gerade morgens oft knapp. Und in sozialen Netzwerken ist ja nicht festzustellen, ob derjenige, der schöne Bilder postet, mangels Körperhygiene müffelt. Das ist vielleicht sogar ihr größter Vorteil.

Vermutlich aus Zeitgründen ist jeder dritte Social-Media-Nutzer dann auch beim Toilettengang mit Posten beschäftigt. Wer aber beide Vorgänge im Morgenstress nicht unterscheiden kann, dem hilft vielleicht folgender Hinweis: Das, wo die entbehrlichen Ausscheidungen zusammenfließen, heißt bei sozialen Medien „alle Kanäle“ Und im anderen Fall Kanalisation.

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