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Silvester-Stress

Die Weihnachtsfeiertage mit ihren anstrengenden Mahlzeiten und alkoholischen Herausforderungen sind kaum verdaut, da wartet auf den erschöpften Freizeitdeutschen schon die nächste emotionale Großaufgabe: der Silvester-Stress.

Zwar würden die meisten, die ein gewisses Alter erreicht haben, am liebsten im kleinen Kreis feiern – und zum Jahreswechsel höchstens mal kurz nach draußen sehen, ob es sich tatsächlich um Feuerwerk, eine kriegerische Handlung oder einen Fondue-Unfall der Nachbarn handelt. Aber so viel Rückzug ist aus sozialen Gründen oft nicht möglich.

Gilt es doch gerade zu Silvester, sich selbst zu zeigen, dass man noch Freunde hat. Aber diese sind oft so schwer zu hüten wie ein Sack Flöhe. Der eine will tanzen gehen, der zweite Raclette essen – und der dritte sich noch bis zum letzten Moment fünf Optionen offenhalten. Das führt zu Entscheidungen, die Freundschaften gefährden oder gar beenden könnten – aber das ist gerade zu diesem kritischen Zeitpunkt natürlich nicht möglich. Denn wer soll sonst mit auf das obligatorische Silvester-Selfie?

Immerhin schaffen es die meisten, einen Kompromiss zu finden – und vermeiden den Satz. „Na gut, Du kannst mir den Buckel runterrutschen“. Gerüchteweise wird er aber bisweilen verkürzt zu: „Guten Rutsch!“

(rolfs)
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