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Pianissimo: Smartphone statt Uhr

Das Wort „uralt“ müsste heute eigentlich „uhralt“ geschrieben werden. Das ist keine neue Reform der Rechtschreibreform. Sondern eine Konzession an die Realität.

Denn offenbar tragen nur noch Menschen ab einem gewissen Alter tatsächlich eine Armbanduhr, sind also dann „uhralt“. Alle anderen blicken, wie zu allen anderen Gelegenheiten des Lebens auch, nur noch auf ihr Smartphone. Das ist ein Konzept, dass „Uhralte“ kaum überzeugen kann.

Schließlich finden sie es viel praktischer, verstohlen aufs eigene Handgelenk zu schielen, wenn eine Besprechung lange dauert – statt unverhohlen auf das Display ihres Handys. Aber Letzteres ist für die Nach-Uhr-Generation keinesfalls unhöflich und unter ihren Altersgenossen sogar sehr sinnvoll. Könnte es doch sein, dass derjenige, der gerade redet, ihnen gleichzeitig eine Whatsapp-Nachricht schickt.

Außerdem ist die Zeit für Uhrenträger oft ungleich wichtiger. Zum einen weil sie altmodischen Pünktlichkeitsidealen nachhängen. Zum anderen weil sie gefühlt weniger Lebenszeit übrig haben und diese gut nutzen wollen – zum Beispiel um in Zeiten ohne Uhr verstört auf ihr leeres Handgelenk zu starren. Aber sie können nichts dafür. Es handelt sich um einen bei ihnen noch verankerten Uhr-Instinkt.

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