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Sommernörgeln

Es ist wie verhext: Erst wünschen sich alle, dass endlich wieder Sommer ist. Wenn er dann aber da ist, hat ihn sich doch keiner so vorgestellt. Und dann beginnt das Sommernörgeln.

Dieses bezieht sich vor allem auf Hitze, gefühlte Schwüle und starke Sonneneinstrahlung – also Faktoren, mit denen auch nach jahrzehntelanger Lebenserfahrung offenbar in der Mitte des Jahres niemand wirklich rechnet.

Würde über das Wetter endlich mal demokratisch abgestimmt, würden sich vermutlich die meisten Deutschen sich auf wochenlang wolkenlose 25 Grad einigen. Das ist warm genug für Aktivitäten im Freien, aber dafür auch nicht zu heiß. Na gut, Landwirte und Sonnenanbeter hätten da vielleicht wieder jeweils andere Vorstellungen. Aber das ist gut so, sonst gäbe es ja kein Sommernörgeln.

Dieses ist nämlich offenbar ein wichtiger sozialer Kitt der Gesellschaft – ein Thema, über das jeder mit jedem reden kann. Und sollte es doch mal zu viel werden, wirkt kurzfristig zur Beruhigung ein kalter Schnuller, auch „Eis“ genannt. Langfristig aber hilft nur die Abwesenheit vom Arbeitsplatz, wo sich das Sommernörgeln besonders rasant ausbreitet. Denn seltsamerweise klagen im Liegestuhl auf dem Balkon nur sehr wenige Menschen über den Sommer.

(rolfs)
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