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Pianissimo: Versehentlich eingesteckt

Die schlechte Nachricht: Die Menschen werden durch zunehmenden Stress immer zerstreuter. Die gute Nachricht: Dadurch gibt es auch immer weniger Diebstähle. Und das aus vielerlei Gründen.

So glaubt mancher, der seine Sonnenbrille partout nicht wiederfindet, diese sei ihm geklaut worden. Um dann aber später festzustellen: Ein Gast hat sie nur versehentlich eingesteckt. Nicht etwa in Zueignungsabsicht, wie es juristisch so schön heißt – der Gast hätte mit den Gleitsichtgläsern auch gar nichts anfangen können. Sondern weil er sie mit seiner eigenen verwechselte.

Das bleibt vermutlich kein Einzelfall. So könnte es künftig passieren, dass Einbrecher im fremden Haus plötzlich gar nicht mehr wissen, was sie dort überhaupt wollten. Oder werden versehentlich zu Einbrechern, weil sie das fremde Haus mit ihrem eigenen verwechseln und nicht verstehen, warum der Schlüssel nicht passt. Und auch völkerrechtlich muss vielleicht einiges neu bewertet werden. Hat doch etwa Russland die Halbinsel Krim möglicherweise nur versehentlich eingesteckt, weil es sie für seine eigene hielt.

Immerhin können Menschen, die sich noch grob daran erinnern können, wem was gehörte, künftig alle anderen in die Tasche stecken. Aber auch das vielleicht nur versehentlich.

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