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Pianissimo: Wunschband

Es wird höchste Zeit, dass das Glück im Internet erhältlich ist und kostenfrei geliefert wird. Denn bislang sind die Methoden, mit denen Menschen die Erfüllung ihrer Wünsche herbeiführen wollen, einfach zu archaisch.

<span></span> Bild-Zoom Foto: Salome Roessler

So heben sie nicht nur hygienisch bedenkliche Cent-Stücke auf, die sie dann ihrerseits weiter bespucken und verkeimen. Sie stehen auch nachts auf, um mit müden Augen Sternschnuppen zu erspähen, die sich dann aber doch nur als Flugzeuge oder Flecken auf der Brille entpuppen. Und manche tragen in der globalisierten Welt sogar an den Buddhismus angelehnte Wunscharmbänder.

Diese aus bunten Bändern geknüpften kleidsamen Fesseln sollen so lange getragen werden, bis sie abfallen, heißt es. Denn nur dann erfüllt sich der Herzenswunsch. Wer aber ein Wunschbändchen trägt, ahnt irgendwann: Sollte dieses irgendwann einmal abfallen, erfüllt sich tatsächlich ein Wunsch, der bis dahin der Herzenswunsch ist: nämlich der, das Wunschbändchen endlich los zu sein.

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