Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Titelbild Mainova Marathon Laufsport - alles rund um den Mainova IRONMAN Frankfurt 2017 Frankfurt am Main 19°C

Kolumne: Wussten Sie schon?

Von ...warum man beim Auerbacher Fürstenlager an der Bergstraße nicht an Waren oder Soldaten denken sollte?

Das Areal mit der dorfartigen Anlage, in einem idyllischen Tal nahe dem Bensheimer Stadtteil gelegen, deutet seine lange Historie schon alleine durch die Namen der Gebäude an: Da gibt es das Herren- und das Damenhaus, den Prinzen- und den Kavalierbau, das Kammerhaus, das Wachthäuschen und die Eremitage.

Der Darmstädter Hofgesellschaft war im 18. Jahrhundert natürlich nicht entgangen, wie angenehm es sich in der ländlichen Abgeschiedenheit „lagern“ ließ, und deshalb zog sie regelmäßig mit dem nötigen Personal und ein wenig Komfort in die landgräfliche Sommerfrische.

An der restaurierten Brunnenanlage namens „Gesundbrunnen“ steht man am Ursprung des beschaulichen Orts, dessen Mineralquellen einst einen lukrativen Kurbetrieb zu versprechen schienen. Im Jahr 1739 wurden drei mineralhaltige Quellen erschlossen, verschlämmten dann wieder und wurden schließlich neu erschlossen.

Zwar ließ Landgraf Ludwig X., der 1783 selbst als Kurgast dort weilte, die ersten Gebäude errichten, konnte aber das endgültige Aus des Badebetriebs nicht verhindern. Inzwischen hatten jedoch der Erbprinz und seine Gemahlin Luise großen Gefallen an dem Ort gefunden, so dass sie ihn für sich als Sommerdomizil herrichten und die Natur ganz im Stile eines englischen Landschaftsparks gestalten ließen.

Die weitläufige, hügelige Parkanlage heißt heute offiziell „Staatspark Fürstenlager“ und steht seit 1965 in der Obhut der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten. Der Park ist etwa 42 Hektar groß. Darin findet man mehr als 50 exotische Bäume und Sträucher. Das Gartenkunst-Ensemble ist weitgehend in der Originalform erhalten. Der Park ist heute ein beliebtes Naherholungsgebiet für die gesamte Bevölkerung im Rhein-Main-Gebiet, und nicht nur für Menschen von Adel.

Wo sich vor 200 Jahren das Fürstenhaus und seine adligen Gäste verlustierten, kommen heute also die Besucher ins Fürstenlager – unter ihnen kürzlich auch Kunst- und Kulturminister Boris Rhein auf seiner jährlichen Sommertour, um sich ein Bild von den laufenden Instandsetzungsarbeiten zu machen und um die umfangreichen Sanierungspläne der nächsten Jahre vorzustellen.

(hpdie)
Zur Startseite Mehr aus Wussten Sie schon

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse