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Wussten Sie schon?

… dass das Wiesbadener Programm kein Parteiprogramm ist, sondern den Kirchenbau betrifft?

Ein Wiesbadener Pfarrer beklagte 1891 in einer Kirchenzeitung das Fehlen eines eigenen protestantischen Kirchenbaustils. Der Innenraum solle den „Charakter der Einheitlichkeit“ vermitteln, also ohne Quer- und Seitenschiffe sein, und die Kanzel solle nicht an der Seite, sondern wie der Altar an zentraler Stelle stehen. Zudem gehöre die Orgel „in das Angesicht“ der Gemeinde, damit man auf sie blicken könne.

Überregional bekannt wurde dieses Konzept durch einen Beitrag in der „Deutschen Bauzeitung“ und schließlich auch von der Kirchenleitung akzeptiert.

Die erste Kirche, bei der diese Einheit von Altar, Kanzel und Orgel architektonisch umgesetzt wurde, war die Wiesbadener Ringkirche mit der hellen Sandsteinfassade, erbaut in den Jahren 1892-94.

Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden in Deutschland 40 Kirchen gemäß den Vorgaben des Wiesbadener Programms. Darunter waren die Friedenskirche (erbaut 1911-12) und Lutherkirche (1912-14) in Offenbach und die Lutherkirche in Wiesbaden.

Während das Äußere der Wiesbadener Lutherkirche auch wegen des massigen, 50 Meter hohen Turms eher streng und trutzig wirkt, überrascht das Innere mit leuchtenden Farben, vergoldeten Halbkuppeln und überwältigenden Ornamenten aus Ranken, Rauten, Spiralen und Kreuzen. Entworfen wurde das Jugendstiljuwel vom Architekten Friedrich Pützer. An der prachtvollen Innenausschmückung waren zahlreiche Künstler der Darmstädter Mathildenhöhe beteiligt. Heute ist die Lutherkirche eine der wenigen erhaltenen Jugendstilkirchen in Deutschland und ein Kulturdenkmal von nationalem Rang.

(hpdie)
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