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Wussten Sie schon?

… dass es in der Wetterau Rosen gibt, die weder duften noch welken, dafür aber steinalt sind? Wer Büdingen besucht, das Jerusalemer Tor durchschritten hat und sich nach links wendet, steht vor dem Eingang des Sandrosenmuseums. Lothar Keil, Künstler und engagierter Hobby-Geologe, ist der Betreiber des in den beiden Tortürmen untergebrachten Museums, das 2003 eröffnet wurde.

Zunächst lenkt Herr Keil die Aufmerksamkeit des Besuchers auf die versteinerten Vorfahren unserer Bäume in Gestalt dunkler Gesteinsblöcke und die Sandsteine mit den femininen Formen, bevor er mit der Begeisterung eines leidenschaftlichen Sammlers über Formen und Entstehung von Sandrosen erzählt. Lothar Keil hat die Sandgruben der Wetterau erkundet und weiß von Baryt-Adern in der Flur, wo beim Umpflügen des Bodens kostbare Schätze zutage gefördert werden. Sein geschultes Auge erkennt, dass der knollenförmige Brocken seine typische rosenähnliche Kristallstruktur freigibt, wenn man den verfestigten Sand abgespritzt hat. Die blütenförmigen Exponate in einer Vitrine vermitteln trotz des blass-gelben Farbtons den Eindruck ewiger Blütenpracht und machen dem Namen „Sandrose“ alle Ehre, während der stattliche graue Block mit der Beschriftung „Baryt-Rose“ beim genauen Hinsehen aus feinen Schnur- und Wollknäueln zu bestehen scheint.

Die filigranen Gebilde von Sandrosen entstanden vor 25 Millionen Jahren, als in der Wetterau Wüstenklima herrschte. Beim Verdunsten des Wassers wurde der in ihm gelöste Baryt (Schwerspat) ausgeschieden und bildete mit Quarzsand verwachsene rosetten- oder kugelförmige Kristallgebilde.

Auf keinen Fall sollte man versäumen, sich im Südturm des Jerusalemer Tors die farbigen Sande anzusehen, die liebevoll in Fläschchen präsentiert werden und deren Pracht die wenigsten der Wetterau zuordnen würden. Metallhaltige Lösungen wie Eisen färbten die Oberfläche des Sandkorns in vielen Farben des Spektrums.

Ein außergewöhnliches Exponat ist die „Hexe vom Wilden Stein“, ein aufgeschnittenes Stück Buntsandstein, der von der Lava aufgeschmolzen („gebleicht“) wurde. Lothar Keil wählte den Namen wegen des im Gestein erkennbaren Kopfprofils.

(hpdie)
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