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Kolumne: Wussten Sie schon?

Von . . . dass die Landeshauptstadt Wiesbaden auch eine Höhle in ihrem Freizeitangebot hat?

Auf der Beschilderung des Walderlebnispfads am Neroberg ist eine Gestalt abgebildet, die mit ihrem Hut und dem grünen Wams an eine Mischung zwischen Jäger und Robin Hood erinnert, aber auf ein reales Vorbild zurückgeht: Heinrich Anton Leichtweiß, nach dem die Leichtweißhöhle im Nerotal benannt ist.

Wäre der etwa 30 Meter mächtige Felsüberhang nicht deutlich als Leichtweißhöhle ausgewiesen, die zwischen April und Oktober zu besichtigen ist, würde man ihr wohl weniger Beachtung schenken.

Der Namensgeber, geboren 1723, war ein ehrbarer Bäcker und Gastwirt in Dotzheim bis zu dem Tage im Jahre 1788, als man ihn im Weinkeller des Nachbarhauses ertappte. Er wurde des Einbruchs und Wilddiebstahls bezichtigt, an den Pranger gestellt und ohne Gerichtsverhandlung ins Zuchthaus gesteckt; der Landesfürst wollte ein Exempel statuieren.

Nach seiner Entlassung kehrte Leichtweiß nicht zu seiner Familie zurück, sondern schlug sich in den Wäldern durch, ernährte sich notgedrungen mit Wilderei und suchte zeitweise Unterschlupf in der Höhle, bevor sie 1791 entdeckt wurde.

Gut 30 Jahre später machte das aufstrebende Wiesbaden die Felshöhle als attraktives Ausflugsziel für seine Kurgäste aus. 1856 gestaltete sie der Verschönerungsverein regelrecht als Räuberhöhle um und staffierte sie mit allerlei Mobiliar, Waffen und ähnlichem Zubehör aus; Leichtweiß dichtete man eine Geliebte und den Ruf als „verwegenen Räuber und Wildschütz“ an.

Der wahre Heinrich Anton Leichtweiß wurde 1791 in Bergen bei Frankfurt aufgegriffen und erneut ins Wiesbadener Zuchthaus überstellt, wo er ein Jahr später als gebrochener Mann starb.

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