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Hessen-Kolumne: Wussten Sie schon?

Von . . . dass Wiesbaden nicht nur über den Hochadel Beziehungen zu Russland unterhielt, sondern dass auch russische Künstler und Literaten sich von der Stadt angezogen fühlten?

Augenfälliges Zeichen dieser bilateralen Verbundenheit ist die Russische Kirche auf dem Neroberg, die Herzog Adolf von Nassau als Grabkapelle für seine 1845 im Kindbett verstorbene erste Ehefrau Elisabeth Michailowna, einer Nichte des Zaren, erbauen ließ.

Russische Schriftsteller ließen ihre Wiesbaden-Erfahrung in ihr Werk einfließen, beispielsweise Dostojewski, der 1865 sein gesamtes Geld in der Spielbank verspielte. An ihn erinnert eine Büste im Kurpark.

Nach einem berühmten russischen Maler, der die letzten beiden Lebensjahrzehnte in Wiesbaden verbrachte, sind eine Straße, eine Schule und ein Preis benannt: Alexej von Jawlensky, der den Künstlern des „Blauen Reiters“ nahestand, expressive Farben und kraftvolle, klare Formen schätzte.

Für seine Wahlheimat Wiesbaden entschied sich Jawlensky nach einer Ausstellungstournee seiner Bilder 1921, die bei den Wiesbadenern großen Anklang fand. „Ich begegnete dort sehr netten Menschen“, schrieb er später. In Wiesbaden lebte und arbeitete der Maler sehr zurückgezogen, erste Anzeichen von Arthritis machten sich bemerkbar.

Unterstützung erfuhr Jawlensky durch die Hofheimer Kunstsammlerin Hanna Bekker vom Rath und Lisa Kümmel, eine Wiesbadener Malerin. Letztere kümmerte sich ums Geschäftliche und ordnete seine Bilderbestände.

Seine Krankheit schränkte ihn körperlich so sehr ein, dass er 1938 das Malen aufgeben musste. Bereits seit 1933 galt seine Kunst als „entartet“, und man hatte ihm Ausstellungsverbot erteilt. Seine Frau Helene pflegte ihn bis zu seinem Tod im Jahre 1941, dem Jahr, in dem mit dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion das dunkelste Kapitel deutsch-russischer Beziehungen begann.

(hpdie)
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