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Kolumne: Wussten Sie schon?

Von . . . wer die Gräfin Hohenembs war.

Als solche gab sich die Kaiserin Elisabeth von Österreich aus, als sie am 16. Juni 1898, begleitet von einer Kammerfrau, zu einer sechswöchigen Kur in Bad Nauheim eintraf. Sie bezog die Villa Kracht, die ihre Hofbeamten als würdiges Quartier ausgesucht hatten.

Ihre Ärzte hatten ihr wegen eines Herzleidens die Behandlung mit Bad Nauheimer Sole angeraten; die Stadt genoss bereits einen internationalen Ruf als Heilbad.

Das Inkognito der hierzulande als Sisi bekannten Kaiserin währte nicht lange. Die Bevölkerung war verständlicherweise neugierig auf die prominente Monarchin, die nach dem Selbstmord ihres Sohnes, des Kronprinzen Rudolf, stets in Schwarz gekleidet war, zu Depressionen neigte und ein ruheloses Reiseleben führte.

Zwar besserte sich bald ihr Gesundheitszustand, doch war die 60-jährige ein äußerst sensibler und schwieriger Kurgast. Sie war es schnell leid, begafft zu werden, vor allem „das Beschauen mit Operngläsern“ war ihr lästig. In ihren Briefen beklagte sie sich nicht nur über die Aufdringlichkeit der Leute, sondern auch über das Wetterauer Klima und die sommerliche Hitze.

Als angenehm empfand die Kaiserin ihren Aufenthalt wohl nicht. Elisabeth zeigte sich wenig angetan von dem „jüngst in Mode gekommenen Kurstädtchen am Taunushang“. Das Ende ihres Kuraufenthalts glich denn auch mehr einer Flucht, als sie am 29. August ohne Begleitung und Gepäck mit dem Ziel Genfer See abreiste, der letzten Reisestation vor ihrem gewaltsamen Tod.

Unter den Hoheiten, die Bad Nauheim zum Beinamen „Drei-Kaiserinnen-Bad“ verhalfen – Kaiserin Auguste Viktoria, Zarin Alexandra und Kaiserin Elisabeth – hatte Letztere das schwierigste Verhältnis zur Kurstadt.

(hpdie)
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