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Kolumne: Wussten Sie schon?

Von . . .welcher Ort in Hessen den Beinamen „Point-Alpha-Gemeinde“ trägt?

Point Alpha nannten die US-Streitkräfte ihren Stützpunkt bei Rasdorf in Hessen an der früheren innerdeutschen Grenze. Wo heute ein Grenzmuseum an die Teilung Deutschlands und die Front zwischen Nato- und Warschauer-Pakt-Staaten erinnert, standen sich einst die Grenzposten auf beiden Seiten argwöhnisch und unversöhnlich gegenüber.

Mit Blick auf die 1970er und 80er Jahre wird dieser hessisch-thüringische Grenzabschnitt üblicherweise mit markigen Umschreibungen wie „heißester Punkt im Kalten Krieg“ oder „der gefährlichste Ort der Erde“ benannt. Die westlichen Militärs sprachen von „Fulda Gap“ (vom englischen Wort für Lücke, Bresche), wo sie im Kriegsfall einen Vorstoß der Truppen des Warschauer Paktes für am wahrscheinlichsten hielten. Das Gebiet der DDR ragte in einem Zipfel zwischen Hünfeld und Tann in der Rhön weit nach Hessen hinein, die vergleichsweise flache Landschaft hätte außerdem das rasche Vordringen der gegnerischen Panzerverbände begünstigt.

Um den Vormarsch der Sowjets ins Rhein-Main-Gebiet zu bremsen, zog man auch den Einsatz von Kernwaffen ins Kalkül. Damit wäre Fulda und sein Umland in der Tat zum „heißen Pflaster“ geworden und in eine radioaktiv verseuchte Wüste verwandelt worden.

Die Vokabel „Fulda Gap“ stand für das strategische Szenario, mit dem man einen dritten Weltkrieg durchspielte. Apropos Spiel: 1977 brachte eine amerikanische Firma das Brettspiel „Fulda Gap – The first battle of the next war“ heraus. Mit Spielanleitung, Hessenkarte und 400 Spielmarken zur Darstellung nuklearer Angriffe versprach es eine „wirklichkeitsgetreue Nachahmung der Kriegsführung im modernen Europa“.

(hpdie)
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