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Urteil: 1,2 Kilo Heroin im Magen geschmuggelt

Das Landgericht hat einen geständigen Drogenschmuggler zu vier Jahren Haft verurteilt. Er hatte 84 Kapseln mit Heroin geschluckt, flog aber am Frankfurter Flughafen auf.
Die Statue Justizia. Foto: Peter Steffen/Archiv Die Statue Justizia.
Frankfurt. 

Seit vielen Jahren beschäftigen regelmäßig „Schlucker“ die Frankfurter Justiz: Drogenkuriere, die mit mehr oder weniger großen Mengen Kokain am Flughafen auffallen. Gestern hatte einer der ganz wenigen „Heroin-Schlucker“ beim Landgericht seinen Termin. Er war im August, von Nairobi kommend, am Flughafen gelandet und wollte eigentlich weiter ins italienische Bologna, von wo aus der gebürtige Nigerianer ursprünglich auch gekommen war. Man nahm eine körperliche Untersuchung vor und wurde beim Röntgen fündig.

Nach und nach kamen 84 Kapseln zum Vorschein, in denen sich rund 1,2 Kilogramm Heroin verbargen. Schon in den Wochen zuvor hatte man zwei weitere „Heroin-Schlucker“ dingfest gemacht, nachdem auch der dritte festgenommen worden war, ebbte die Welle aus Afrika wieder ab.

Vier Jahre Haft erhielt der 49-Jährige gestern vor der 27. Großen Strafkammer – so wie es auch der Staatsanwalt für angemessen hielt. Zwar konnte sich der Angeklagte vor Gericht auf sein Geständnis und die mit dem Transport verbundene Todesgefahr berufen. Gleichwohl aber musste er sich auch eine ähnliche Verfehlung in der Vergangenheit vorhalten lassen. Zudem wies Staatsanwalt Ronald Morbitzer auf die hohe Gefährlichkeit von Heroin im Vergleich zu Kokain hin. Deshalb sei auch eine höhere Strafe notwendig. Gerade der Missbrauch von Heroin ziehe einen ungleich schnelleren körperlichen Verfall des Konsumenten nach sich.

Dem Gericht hatte der Angeklagte zunächst noch eine andere Geschichte aufgetischt. Er sei in der Erwartung nach Afrika gereist, von dort aus einen Goldtransport nach Europa begleiten zu wollen. Erst beim Schlucken der Kapseln sei er sich über seine wahre Mission im Klaren geworden. Nach Rücksprache mit der Verteidigerin aber wurde diese Version nicht weiter vertieft. Den vom Auftraggeber ausgezahlten Kurierlohn von 3000 Euro behielt das Gericht ein.

(ge)

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