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Leberecht-Stiftung: 10 000 Euro für neue Spielgeräte: Draußen spielen ist am tollsten

Von Mehr als ein Jahr lang gab es auf dem Außengelände der Tagesgruppe „Lichtblick“ keine Spielgeräte mehr. Sie mussten aus Sicherheitsgründen abgebaut werden. Seit kurzem können die Kinder wieder ausgiebig klettern, rutschen und schaukeln – auch dank der Leberecht-Stiftung.
Fabio (7, von links), Lea (9) und Samantha (8) haben viel Spaß zusammen beim gemeinsamen Spielen auf der neuen Nestschaukel. Bilder > Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Fabio (7, von links), Lea (9) und Samantha (8) haben viel Spaß zusammen beim gemeinsamen Spielen auf der neuen Nestschaukel.
Innenstadt. 

Die derzeit kalten Temperaturen schrecken die Kinder aus der Tagesgruppe „Lichtblick“ nicht. Sie lieben es, gemeinsam draußen zu spielen – egal ob Fußball oder Fangen. Auch Klettern, Rutschen und Schaukeln gehört dazu. Mehr als ein Jahr war dies nicht mehr möglich. „Die Spielgeräte waren alt und nicht mehr sicher genug. Dies wurde 2015 bei der jährlichen Überprüfung durch den Tüv festgestellt“, sagt Gruppenpädagoge Sven Schotten. „Das Spielen an den Geräten musste sofort eingestellt und sie mussten abgebaut werden.“

Gemeinsam Schaukeln

Das Warten auf neue Spielgeräte hat seit kurzem ein Ende. Mit der Umgestaltung der Spielfläche, die auf dem Gelände des Hauses der Volksarbeit liegt, wurde in den Sommerferien begonnen. Seit den Herbstferien kann nun wieder geklettert, gerutscht und geschaukelt werden. Und das Nutzen die Mädchen und Jungen, haben dabei sichtlich viel Spaß. An diesem Ort können sie ganz Kind sein.

Die Leberecht-Stiftung der Frankfurter Neuen Presse und ihrer Regionalausgaben hat das Projekt mit 10 000 Euro unterstützt und damit fast ein Viertel der Gesamtkosten von 45 000 Euro getragen. Seit mehr als sechs Jahrzehnten unterstützt die Stiftung behinderte und benachteiligte Kinder.

Auch die Mädchen und Jungen aus der Tagesgruppe „Lichtblick“ sind benachteiligt. Sie haben es in ihrem Leben nicht leicht. Die Gründe sind individuell verschieden – beispielsweise weil die Eltern Depressionen haben und sich aufgrund ihrer eigenen Erkrankung nicht ausreichend um ihren Nachwuchs kümmern können. Daher ist die Tagesgruppe auch keine reguläre Kindertagesstätte. Sie ist eine von vier Tagesgruppen im Haus der Volksarbeit. Die Kinder werden vom Jugendamt zugewiesen.

„Ihre Eltern haben beim Jugendamt ,Hilfen zur Erziehung‘ beantragt“, erklärt Schotten. Er arbeitet dort seit 15 Jahren und weiß, wie wichtig es ist, seinen Schützlingen Raum zum Spielen zu geben – einen Ort, an dem sie ihre Ängste, Sorgen und Probleme vergessen können. „Die Kinder haben so die Chance, das, was in ihrer bisherigen Kindheit gefehlt hat, nachzuholen.“

Genauso wichtig sei es aber auch, in diesem Prozess die Eltern mit ins Boot zu holen. „Unser Ziel ist es, eine Fremdunterbringung der Kinder zu verhindern“, betont er. Und da müssen insbesondere auch Papa und Mama ihren Beitrag leisten. Regelmäßig führen die Pädagogen Gespräche mit den Eltern und laden diese zudem zu Elternabenden ein, die sich um ein bestimmtes Thema drehen, beispielsweise zu Konfliktlösungen oder zur Frage: „Wie unterstütze ich mein Kind bei den Hausaufgaben?“

Kompetenzen stärken

Zehn Plätze gibt es in der Tagesgruppe, aktuell werden dort neun Kinder durch Pädagogen betreut. Lea (9), Fabio (7) und Samantha (8) gehören dazu. Und sie spielen gerne auf dem Außengelände. Die neue Nestschaukel, die dort aufgestellt wurde, begeistert sie. Schließlich können sie hierauf nicht nur alleine, sondern auch mal zu dritt schaukeln. Es ist ein Spielgerät, das durch die gemeinsame Aktivität auch die sozialen Kompetenzen der Kinder stärkt.

Gleich nebendran ist ein Klettergerät aus Holz samt Rutsche aufgebaut. Letztere ist nicht einfach nur eine Rutsche, vielmehr sieht sie aus wie eine silberfarbene Röhre, durch die man hinunter in den Sand gleitet. Das Besondere ist, dass sie eine bestimmte Neigung hat, damit die Kinder nicht hinausfallen können.

„Die Mädchen und Jungen haben die Zeit der Neugestaltung des Außengeländes gut überbrückt“, schildert Schotten. Trotzdem: „Für die Kinder ist es wichtig, draußen zu spielen. Dort können sie sich austoben“, sagt Einrichtungsleiter Ralf Allmann. Durch Fußball, an den Spielgeräten oder beim Buddeln im Sand würden die motorischen Fähigkeiten der Mädchen und Jungen zudem gefördert.

Auf der Mauer, die sich hinter den neuen Spielgeräten entlangzieht, ist ein großes Wandbild gemalt. Es zeigt Szenen aus dem Kinderbuchklassiker „Das Dschungelbuch“ von Rudyard Kipling. Es existiert seit Jahren. Mowgli, die Hauptfigur, hat es nicht leicht. Er findet in Baloo, dem Bären, einen Freund. Freundschaft, auch das ist zu spüren, verbindet die Kinder miteinander. Gestärkt wird diese besonders beim gemeinsamen Spielen.

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