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Mein Bahnhofsviertel: 10 Weisheiten von Yok-Yok-Chef Nazim Alemdar

Nazim Alemdar ist eine Frankfurter Legende: Seit Jahrzehnten betreibt er das Yok Yok im Bahnhofsviertel - ein Kiosk, in dem es buchstäblich alles gibt, vor allem aber jede Menge Bier. Hier erzählt Alemdar, was er in 40 Jahren über das Bahnhofsviertel gelernt hat.
Frankfurt.  1. Viele Leute haben Angst vor dem Bahnhofsviertel. Vor den Typen, die man hier treffen kann – Junkies, Prostituierte, Dealer. Ich habe keine Angst. Ich bin seit 38 Jahren hier, ich kenne das Viertel gut. Und wenn Du etwas kennst, dann macht es Dir keine Angst mehr.
 
2. Als ich das Yok Yok aufgemacht habe, hatten wir zuerst vor allem Bücher, CDs und Musikkassetten. Das Bier ist erst später dazugekommen. Aber ich hatte von Anfang an die Hoffnung, dass das Yok Yok ein besonderer Laden werden könnte – einer, wo man sich trifft, wo man etwas zusammen trinken und plaudern kann.


 
3. Das Frankfurter Bahnhofsviertel ist ein Spiegel der deutschen Gesellschaft. Mit allen Schattenseiten. Hier treffen ganz unterschiedliche Menschen aufeinander – Banker und Junkies, Studenten, Prostituierte und so weiter. Aber keine dieser Gruppen ist dominant, keine dieser Gruppen bestimmt das Viertel, sondern alle leben hier miteinander. Das macht das Viertel so spannend.
 
4. Wenn ich eine Nacht lang im Yok Yok hinter der Theke stehe, brauche ich ein paar Tassen schwarzen Kaffee und Mineralwasser – das war’s.


 
5. Früher hat man öfter Mitglieder der Hells Angels gesehen, bis das Chapter verboten wurde. Heißt das, dass sie jetzt weg sind? Nö, natürlich nicht. Sie fallen aber weniger auf.
 
6. Man hört oft, das Frankfurter Bahnhofsviertel habe sich stark verändert. Das stimmt nicht. Die Veränderung ist nur oberflächlich. Früher gab es hier mehr Eckkneipen und Waschsalons, heute gibt es mehr Bars und kleine Imbisse – aber das Viertel ist im Kern das gleiche geblieben.
 
7. Bier ist ein Kulturgut. Ich sage immer: Wenn Du den Deutschen Bier, Autos und Fußball nimmst, dann ist die Einheit gefährdet.


 
8. Ich habe gut 300 Sorten Bier im Sortiment. Das absurdeste Bier, das ich jemals hatte, ist eine Sorte, die gleichzeitig als Bade-Substanz genutzt werden kann. Verkauft sich ganz gut. Schmeckt auch ganz ordentlich.
 
9. Was gar nicht geht: Wenn hier Betrunkene reinkommen und meine Kunden anpöbeln. Die schmeiße ich sofort raus.
 
10. Dass das Yok Yok hip geworden ist, hat mich überhaupt nicht gewundert. Wir waren von Anfang an ein cooler Laden. Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Rest von Frankfurt das merkt.
 
Protokolliert von Christophe Braun
 
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