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Bau der nordmainischen S-Bahn frühestens 2021: 12 Fragen zur geplanten S-Bahn-Strecke Hanau-Maintal-Frankfurt

Die Planungen für den Bau der Nordmainischen S-Bahn von Hanau über Maintal nach Frankfurt laufen seit Jahrzehnten – nun kommen sie etwas voran. Der nächste Schritt im Genehmigungsmarathon ist das Erörterungsverfahre. Für uns ein Anlass, zusammenzufassen, wo das Projekt steht.
Die roten S-Bahn gehören zum Frankfurter Stadtbild, eine halbe Million Menschen nutzt sie täglich – und hofft auf weitere, zuverlässige Verbindungen. Foto: Marc Tirl (dpa) Die roten S-Bahn gehören zum Frankfurter Stadtbild, eine halbe Million Menschen nutzt sie täglich – und hofft auf weitere, zuverlässige Verbindungen.
Frankfurt. 

1. Worum geht es bei dem Erörterungsverfahren?

Bei der Anhörung werden die beim Regierungspräsidium (RP) Darmstadt eingegangenen Einwendungen sowie die Stellungnahmen von Behörden und Verbänden zusammen mit der Netz AG der Deutschen Bahn (DB) besprochen. Das Regierungspräsidium ist die Genehmigungsbehörde und der Verhandlungsführer. Die DB ist die Trägerin des Vorhabens.

2. Was soll gebaut werden?

Die Nordmainische S-Bahn soll über exakt 19,5 Kilometer von Hanau über Maintal nach Frankfurt führen. Die beiden Gleise sollen weitgehend neben bestehenden Schienen gelegt werden. Die Nordmainische S-Bahn soll dann über eigene Gleise verfügen, die bisherige Fahrtdauer verkürzt und in Hauptverkehrszeiten im 15-Minuten-Takt gefahren werden. Bei den Planungen geht es neben der Gleisverlegung um den Bau und Umbau von Bahnhöfen, Brücken und Unterführungen sowie um Schallschutzwände.

3. Welche Funktion hat die Nordmainische S-Bahn?

Laut der DB Netz AG soll der Neubau zu einer Trennung der Nahverkehrszüge (S-Bahnen) von den durchfahrenden Zügen des Fernverkehrs, des Güterverkehrs und des schnellen Nahverkehrs führen. Der Verkehrsknoten Frankfurt würde entlastet, Kapazitäten für den Fern- und Güterverkehr würden frei.

4. Welche Bedeutung hat die Verbindung für die gesamte Region?

Der Eisenbahnknoten Frankfurt hat nach Angaben der Bahn eine herausragende regionale und nationale Bedeutung für den Zugverkehr. Er ist sehr stark genutzt. Im Rhein-Main-Gebiet wird zudem mit immer mehr Verkehr gerechnet. Die Nordmainische S-Bahn ist eine Maßnahme des Verkehrsplans „Frankfurt Rhein Main plus“ und soll Entlastung bringen. „Die Nordmainische S-Bahn ist dringend erforderlich, um die zukünftigen Verkehrsströme im Rhein-Main-Gebiet zu bewältigen“, betonte Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne).

5. Wird die Strecke am Stück geplant und wer ist davon betroffen?

Nein, das Projekt ist in drei Teilabschnitte gegliedert: Hanau (5,6 km), Maintal (6,4 km) und Frankfurt (7,5 km – Angaben der Bahn). Geplant sind acht Stationen: Hanau-Hauptbahnhof, Hanau-West, Hanau-Wilhelmsbad, Maintal-Ost, Maintal-West, Frankfurt-Fechenheim, Frankfurt-Ost und Frankfurt-Konstablerwache. Von den Teilvorhaben sind öffentliche und private Grundstücke betroffen.

6. Wie viele Stellungnahmen zum Bau sind im Bereich Hanau eingegangen?

Im Zuge der Anhörung sind beim RP Darmstadt 33 Stellungnahmen von Behörden und sonstigen Stellen sowie 116 Einwendungen Privater eingegangen. Die Einwendungen beschäftigen sich auf dem Abschnitt im Wesentlichen mit Fragen des Immissionsschutzes (vor allem Schutz vor Lärm und Erschütterungen), der Planrechtfertigung, einer möglichen Wertminderung benachbarter Immobilien und dem Schutz vor Unfallgefahren.

7. Was fordert etwa die Stadt Hanau für die Planung?

Die Stadt bejaht den Bau der S-Bahn. Sie fordert aber eine Sicherung gesunder Wohnverhältnisse und eine von Lärm ungestörte Wohnqualität. Sie verlangt Immissionsschutz, insbesondere dem Stadtbild angepasste Lärmschutzwände und weitergehend Schallschutzfenster. Die Bahn solle die Trasse verträglich auf das Stadtbild abstimmen, den Denkmalschutz am Bahnhof Wilhelmsbad beachten und einiges mehr.

8. Wie ist solch ein Planungs- und Genehmigungsverfahren strukturiert?

Voraussetzung für den Bau ist eine Genehmigung des Eisenbahn-Bundesamtes. Zur Baugenehmigung führt ein Planfeststellungsverfahren in mehreren Schritten. Zunächst werden die Planungsunterlagen öffentlich ausgelegt. Hierzu kann jeder Betroffene und können Behörden Stellungnahmen und Einwendungen abgeben. Im zweiten Schritt werden die Stellungnahmen und Einwendungen erörtert. Dann erfolgt als dritter Schritt die Planfeststellung bzw. Baugenehmigung des Eisenbahn-Bundesamtes.

9. Wie hoch sind ungefähr die Kosten des Bauprojekts?

Nach Angaben des RP Darmstadt wurden sie mit 425 Millionen Euro beziffert. Die Bahn machte auf Anfrage keine konkreten Angaben. An den Kosten beteiligen sich Bund, Land, der Main-Kinzig-Kreis sowie die drei Städte.

10. Wann könnte mit dem Bau begonnen werden?

2019 ist eine erste Baumaßnahme an einem Bahnübergang geplant. Mit den Hauptbauarbeiten kann frühestens Ende 2021 begonnen werden, wie die Bahn mitteilte.

11. Welche Priorität wird dem Projekt beigemessen?

Am 3. August 2016 wurde durch das Bundeskabinett der Bundesverkehrswegeplan 2030 beschlossen. Die Nordmainische S-Bahn ist darin dem Schienen-Großknoten Frankfurt zugeordnet. Der Knoten Frankfurt zählt zum „Vordringlichen Bedarf –Engpassbeseitigung“, also der höchsten Dringlichkeitsstufe im Bundesverkehrswegeplan. Projekte dieser Kategorie sollen bis zum Jahr 2030 abgeschlossen sein.

12. Wie weit sind die Planungen in den Abschnitten Frankfurt und Maintal?

In Frankfurt (April 2016) und Maintal (April 2015) fanden die Erörterungen bereits statt. Ein Ergebnis der Anhörungen: In beiden Abschnitten kommt es zu umfassenden Überarbeitungen der Pläne. Wegen der Änderungen muss die Öffentlichkeit wieder beteiligt und informiert werden. (lhe)

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Am Anfang ging’s zur Hauptwache

Die Geschichte der S-Bahn in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet beginnt 1978 mit dem Bau des Tunnels zwischen dem Hauptbahnhof und der Innenstadt.

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