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Riederwaldtunnel: 1340 Frankfurter haben für Erhalt von Bäumen unterschrieben

Dass Hessen Mobil in Zusammenhang mit dem Bau des Riederwaldtunnels Bäume fällen lässt, ruft Kritiker auf den Plan. Sie überreichten Verkehrsminister Tarek Al-Wazir gestern eine von ihnen gestartete Petition.
Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Mitte) schaut kritisch. Mit 1340 Unterschriften, die er gestern im Haus am Dom entgegen nahm, hat er offenbar nicht gerechnet. Foto: Leonhard Hamerski Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Mitte) schaut kritisch. Mit 1340 Unterschriften, die er gestern im Haus am Dom entgegen nahm, hat er offenbar nicht gerechnet.
Riederwald. 

1340 Unterschriften stehen unter der Petition zum Schutz der Bäume auf dem Erlenbruch, die gestern Nachmittag dem hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir im Frankfurter Haus am Dom überreicht worden ist. Initiatorin der Aktion ist die Riederwälderin Catherine Béroud.

Der Grund dafür: In diesem und im nächsten Winter fallen für den Bau des Riederwaldtunnels etliche Bäume. Nach Angaben von Hessen Mobil werden 44 Bäume gerodet „sowie vereinzelte Flächen, die mit Bäumen und Sträuchern bewachsen sind“. In einer Pressemeldung verweist das Unternehmen darauf, dass am Erlenbruch selbst in diesem Winter sechs Bäume gefällt würden, alle anderen blieben so lange unangetastet, bis mit dem Bau des Tunnels begonnen werde.

Kritiker des Projekts können die Rodungen nicht nachvollziehen. „Es wäre nicht nötig, so früh damit anzufangen“, sagt Catherine Béroud. Da immer noch Klagen gegen das Projekt liefen und weitere Einwendungen zu erwarten seien, könne man davon ausgehen, dass mit dem Bau des Tunnels nicht vor dem Jahr 2023 begonnen werde.

Rainer Frey, Sprecher der Bürgerinitiative (BI) Riederwald, gibt zu bedenken, dass schon vor fünf Jahren fünf oder sechs Bäume am Erlenbruch gefällt worden seien. Mit den neuen Rodungen würde die südliche Kastanienallee etwa um die Hälfte dezimiert: „Das heißt, das Erscheinungsbild ist nicht mehr gewährleistet.“ Dabei würden die Bäume gerade hier dringend als natürlicher Luftfilter gebraucht, sagt Frey. Schließlich sei der Erlenbruch die Wohnstraße mit der höchsten Stickstoffdioxid-Belastung Frankfurts.

Kabel werden verlegt

Auf den frei gewordenen Flächen sollen laut Hessen Mobil drei Leitungsbrücken für Gas- und Wasserleitungen entstehen sowie Stromkabel verlegt werden. Zusätzlich will die Stadtentwässerung Frankfurt die Abwasserkanäle verlegen, sogenannte Nord- und Südsammler.

Auch diese Vorhaben betrachten die Kritiker mit Argusaugen. Hier würden „massive Betonbauwerke im Grünstreifen“ errichtet, urteilt der BI-Sprecher. Bei den drei Leitungsbrücken handle es sich faktisch um erste Deckel-Elemente des späteren Tunnels im Ausmaß von jeweils zehn auf 30 Meter. „Diese Betonbauten verteilen sich bis zum Beginn des Teufelsbruchs über den Grüngürtel und werden dieses wertvolle städtische Grün in eine Dauerbaustelle verwandeln“, moniert Rainer Frey.

Eine Zumutung

Dabei sei die Realisierung des Tunnels längst nicht in Sicht. Der BI-Sprecher: „Ich wohne jetzt seit acht Jahren im Riederwald und immer hieß es, Baubeginn wäre in zwei Jahren. Dieses Verkehrsprojekt läuft nicht rund, schon seit 40 Jahren nicht. Deshalb ist es eine Zumutung, dass man jetzt einfach losbaut, ohne dass das gesamte Projekt rechtlich abgesichert ist.“ Seine Forderung: „Solche Eingriffe und massive Vorbereitungsmaßnahmen darf es erst geben, wenn die Rechtsgrundlage für den kompletten Riederwaldtunnel gegeben ist.“

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